SMT Scharf profitiert vom wachsenden Rohstoffhunger

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Nachdem es Anfang September bei der planmäßigen Überprüfung der deutschen Aktienindizes bereits einige Veränderungen zu vermelden gab, kann sich nun SMT Scharf (WKN 575198) über einen außerplanmäßigen Wechsel im SDAX freuen. Dabei ersetzt der führende Anbieter von schienengebundenen Transportsystemen den Pressenhersteller Schuler (WKN A0V9A2).

Aufgrund der Übernahme der Schuler AG durch den österreichischen Industriekonzern Andritz (WKN 632305) liegt der Streubesitzanteil des SDAX-Wertes Schuler unter der Mindestgrenze von 10 Prozent. Die Aktie erfüllt somit nicht mehr die Voraussetzungen für einen Verbleib im Index. Für die Aktie von Schuler rückt die Aktie von SMT Scharf in den SDAX auf. Die Änderungen werden zum 24. September wirksam.

SMT Scharf projektiert, produziert, liefert, installiert und wartet Systeme zum Transport von Personen, Ausrüstung und Material. Vorzugsweise für Anwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen, bei großen Neigungen und engen Platzverhältnissen. Dazu zählen beispielsweise Schienenflurbahnen, Sessellifte für den Personentransport im Bergbau, Kabelhandlingsysteme oder Bandanlagen. Dabei darf sich das Unternehmen aus Hamm als Weltmarktführer und Technologieführer für entgleisungssichere Bahnsysteme bezeichnen.

Das Unternehmen selbst schätzt den Markt für untertägige Transporttechnik auf etwa 5 bis 7 Mrd. Euro pro Jahr. SMT Scharf will vor allem von dem weltweiten Trend zur Automatisierung im Bergbau (vor allem in Niedriglohnländern) und zu höheren Sicherheitsstandards profitieren. Zudem sorgt der wachsende Rohstoffhunger für einen steigenden Bedarf an immer größeren Fördermaschinen. Der größte Teil der Umsätze wird dabei in Ländern wie China, Russland oder Südafrika erzielt, in denen verstärkt Rohstoffe abgebaut werden.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde ein Konzernumsatz von 49,6 Mio. Euro erreicht. Damit wurde der Wert des Vorjahres um 60 Prozent überboten. In der Bedeutung der Absatzmärkte hat Russland aufgeholt und liegt mit China im laufenden Jahr ungefähr gleich auf. In Polen und Südafrika blieb der Umsatz stabil. Insgesamt trugen die Märkte außerhalb Deutschlands im ersten Halbjahr 92 Prozent zum Gesamtumsatz bei (Vorjahreszeitraum: 88 Prozent). Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) betrug für diesen Zeitraum 7,2 Mio. Euro, was einer deutlichen Zunahme um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 5,2 Mio. Euro entspricht. Die EBIT-Marge stieg leicht auf 14,9 Prozent (H1/2011: 14,7 Prozent). Das Konzernergebnis verbesserte sich um 38 Prozent auf 5,9 Mio. Euro.

Für die Aktie könnte der SDAX-Aufstieg eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends bedeuten. Denn dank der Zugehörigkeit zum Nebenwerteindex steigt die Aufmerksamkeit weiter. Die Kursgewinne von 30 Prozent seit Anfang August sollte man aber dennoch nicht überbewerten. Mit einem 2013er KGV von rund 9 und einer Dividendenrendite von 4 Prozent hat die Aktie eines Weltmarktführers noch Spielraum nach oben.


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