Kehrtwende bei Talanx: Jetzt also doch ein Börsengang im Oktober, Preisspanne von 17,30 bis 20,30 Euro

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„Rinn in de Kartoffel, raus aus de Kartoffel“ getreu diesem Motto scheint man beim Versicherungsriesen das Thema Börsengang anzugehen. Nach der überraschenden Absage des IPO vor zwei Wochen, erfolgte heute die Kehrtwende. Da der Kapitalmarkt offenbar hohes Interesse an der Emission signalisiert hat, werden nun Aktien in der Preisspanne von 17,30 bis 20,30 Euro angeboten. Der Angebotszeitraum beginnt morgen und endet voraussichtlich am 1. Oktober 2012. Die Erstnotierung der Aktien ist dann für den 2. Oktober 2012 vorgesehen.

Nach ermutigenden Rückmeldungen aus dem Kapitalmarkt hat Talanx beschlossen, den Börsengang fortzusetzen und ein öffentliches Angebot zu starten. Gemeinsam mit den Joint Global Coordinators Deutsche Bank und Berenberg Bank hat Talanx die genannte Preisspanne festgelegt. Das Angebot umfasst bis zu 26,01 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, ohne Berücksichtigung der in Aktien zu wandelnden Anleihe der Meiji Yasuda Life Insurance. Darüber hinaus werden bis zu 2,89 Millionen Aktien im Zusammenhang mit einer eventuellen Mehrzuteilungsoption („Greenshoe“) angeboten. Talanx strebt im Rahmen des Börsengangs einen Bruttoerlös von rund 500 Mio. Euro an, falls die Greenshoe-Option vollständig ausgeübt wird. Auf Basis der Preisspanne liegt der Marktwert von Talanx bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option zwischen 4,4 Mrd. Euro und 5,0 Mrd. Euro.

Talanx-Vorstandsvorsitzender Herbert K. Haas erklärte dazu heute: „Wir haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Rückmeldungen aus dem Kapitalmarkt erhalten und einen intensiven Dialog geführt. Auf Basis dieser Gespräche sind wir zu dem Schluss gekommen, dass ein Börsengang der Talanx AG von vielen Marktteilnehmern sehr aufgeschlossen begleitet wird. Uns ist klar, dass unser heutiger Schritt nach den jüngsten Ereignissen durchaus eine Überraschung ist.“ Haas weiter: „Wir halten das Marktumfeld nach wie vor für positiv. Wir haben in den letzten Tagen aufmerksam zugehört, um so die Voraussetzungen für einen Erfolg der Transaktion nachhaltig zu verbessern. Nach den ermutigenden Signalen von Investoren sind wir mehr denn je überzeugt, dass wir mit dem Börsengang Wert für unsere künftigen Aktionäre schaffen können.“

Talanx beabsichtigt, den Emissionserlös vornehmlich zur Wachstumsfinanzierung zu verwenden. Dabei ist organisches Wachstum insbesondere in der Industrieversicherung und in stark wachsenden Schwellenmärkten geplant. Darüber hinaus sollen Darlehen aus dem kürzlichen Erwerb zweier polnischer Versicherungen zurückgeführt werden. Der strategische Partner Meiji Yasuda Life Insurance wird zudem eine seit November 2010 gehaltene Nachranganleihe mit einem Volumen von 300 Mio. Euro zum IPO-Preis in Aktien wandeln. Damit soll die Eigenkapitalbasis zusätzlich gestärkt werden, um nachhaltig eine Kapitalisierung der Talanx auf einem Standard & Poor’s-„AA“-Niveau zu erreichen. Der bisherige Haupteigentümer von Talanx, der HDI V.a.G., plant, dauerhaft Mehrheitsaktionär von Talanx zu bleiben.

Dann sind wir mal gespannt, wie groß die Nachfrage am Markt wirklich ist. Als Privatanleger sollte man vorsichtig agieren. Die Zeit großer Zeichnungsgewinne dürfte vorbei sein. Auf der sicheren Seite ist man dann, wenn die Aktie wirklich börsennotiert ist und die Mehrheit der Anleger sich ein Meinungsbild über das Unternehmen gebildet haben. Also heißt es warten auf den 2. Oktober und hoffen, dass der Börsenstandort Deutschland doch noch am Leben ist.


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