Wohin treibt die WestLB?

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Die Zukunft der WestLB wird immer düsterer. War die nordrhein-westfälische Landesbank vor knapp 10 Jahren noch auf den Sprung in die oberste (Investment)-Bankenliga, ist man zwei Finanzkrisen später eher wieder auf dem Weg in die Kreisklasse. Im Zuge der jüngsten Finanzkrise musste die Bank zu ihrer Rettung einige Kröten schlucken. Besonders die EU-Kommission machte hier gehörigen Druck, um die Bank auf eine gesunde Größe zu schrumpfen. Vergangene Woche hatte die WestLB dann zu ihrem Sanierungskonzept und dem Placet aus Brüssel erklärt:

Insgesamt wird die Bank nicht strategiekonforme Aktivitäten abbauen und die Bilanzsumme sowie die risikogewichteten Aktiva bis zum 31. März 2011 um 50% reduzieren. Gleichzeitig beinhaltet die Entscheidung einen mehrheitlichen Eigentümerwechsel im Rahmen eines diskriminierungsfreien Bieterverfahrens der WestLB bis Ende 2011. Dies schließt eine integrative Rolle bei der Landesbankenkonsolidierung explizit nicht aus.
[…]
Künftig konzentriert sich die WestLB auf folgende Bereiche: Verbund/Mittelstand, Transaction Banking sowie Kapitalmarkt/Firmenkunden/Strukturierte Finanzierungen.
[…]
Im Rahmen der Vereinbarung wird die WestLB innerhalb der nächsten zwei Jahre unter anderem die Westdeutsche ImmobilienBank AG, die readybank ag, die Weberbank und die WestLB International S.A. in Luxemburg veräußern.

Heute nun kam ein zweiter Paukenschlag: Vorstandschef Heinz Hilgert erklärte seinen Rücktritt. Sein Stellvertreter Dietrich Voigtländer übernimmt nun kommissarisch den Vorstandsvorsitz. In dieser dramatischen Umbruchsituation ohne Chef dazustehn ist mehr als dramatisch und „Führungs-Chaos“ ist fast noch beschönigend ausgedrückt. Dabei zeigt die Begründung Hilgerts des wahre Ausmaß der Probleme, denn seiner Ansicht nach findet die Existenzsicherung des Kreditinstituts nicht die erforderliche wirtschaftliche Unterstützung der maßgeblichen Eigentümer der Bank. Von daher bleibt es spannend, wie es mit den Düsseldorfern weiter geht. So turbulent wie die Zeiten sind, wäre auch eine über Nacht beschlossene Fusion mit einer der anderen Landesbanken nicht abwegig. Oder eine Fusion (der geschrumpften Bank) mit einer oder mehreren Sparkassen ist ebenfalls denkbar. Für den Haupteigentümer NRW dürfte vor allem eine Sicherung des Bankenplatzes Düsseldorf wichtig sein, ob sich das aber wirklich realisieren lässt bleibt abzuwarten.


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