Wochenrückblick KW 37: ESM-Entscheid und Fed treiben Märkte, Commerzbank-Rallye geht weiter

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Die vergangene Woche bot für das Anlegerherz viele „Aufreger“. Angefangen beim ESM-Entscheid des Bundesverfassungsgerichts, über die iPhone 5-Vorstellung von Apple bis zur Fed-Sitzung mit Vorstellung von QE 3. Doch erfreulicherweise waren alle drei Ereignisse durchaus positiv zu werten. Sowohl in Europa als auch in den USA legten die Märkte eine Rallye hin, die noch lange nicht vorbeisein dürfte. Die expansive Geldpolitik von Fed und EZB bietet den Märkten noch jede Menge neues „Futter“, so dass einem goldenen Herbst gespannt entgegen gesehen werden darf. Das betrifft dabei nicht nur Aktien, sondern auch durchaus jenes oft verlachte gelbglänzende Edelmetall, namens Gold. Dazu werden wir in der kommenden Woche noch einen längeren Beitrag verfassen, denn in den kommenden Jahren muss man mit Inflation rechnen und der kann man am ehesten mit Sachwerten begegnen.
Die einzige Enttäuschung in der vergangenen Woche war der Bereich Börsengänge. Sowohl Talanx als auch die Rheinmetall-Tochter KSPG werden in absehbarer Zeit nicht an die Börse gehen. Man fragt sich angesichts des aktuellen Börsenumfelds, worauf Management und beteiligte Banken noch warten wollen. Apropos Banken: Die Commerzbank-Aktie (WKN 803200) konnte am Freitag mit 1,58 Euro den höchsten Schlusskurs seit fast drei Monaten verzeichnen. Von den bei uns genannten kurzfristigen Zielen ist das erste dabei schon fast erreicht. Nun steht die 2 vor dem Komma ganz im Blick. Angetrieben durch ESM-Entscheid und QE 3 dürfte das der Aktie durchaus auch gelingen. Zudem springen immer mehr Anleger auf den Commerzbank-Zug auf, denn Kursgewinne von rund 40 Prozent innerhalb weniger Wochen hat man im DAX eher selten.

Der DAX und sein Chart

Der deutsche Leitindex DAX schaffte am Freitag erneut einen Satz nach vorne. Wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben, spricht alles für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Über dem Hoch dieser Woche bei 7.410 sind ein Zwischenhoch vom Juli 2011 (7.524) und das 2011er-Hoch vom Mai letzten Jahres bei 7.600 Punkten die nächsten Ziele.

Einzeltitel aus Deutschland

Mit einer in den letzen Monaten starken Nachfrage aus der Automobilbranche und einem derzeitig hohen Aktienkurs im Rücken konnte der Automobilzulieferer Continental (WKN 543900) einen Geschäftserfolg und sogar die Rückkehr in den deutschen Leitindex DAX verbuchen. Doch die Euro-Krise könnte der Autobranche – und damit vielleicht auch dem DAX-Rückkehrer – einen Strich durch die Rechnung machen. Außerdem könnte der Höhenflug der Aktie bereits vorbei sein, da der DAX-Aufstieg bereits womöglich schon eingepreist wurde. Mehr dazu hier.
Ebenfalls einen genauen Blick war uns die Bayer-Aktie (WKN BAY001) wert. Zwar hat die Euro-Krise dazu geführt, dass Anbieter von Medikamenten derzeit mit sinkenden Arzneimittelausgaben europäischer Regierungen fertig werden müssen. Jedoch konnte besonders Bayer von dem schwachen Euro profitieren und sogar die Jahresprognose anheben. Dank der jüngsten Entwicklung ist nun das Allzeithoch von 66,45 Euro in greifbare Nähe gerückt.
Bleiben wir im Chemiesektor. Ein augenscheinlich hartes Restrukturierungsprogramm, die Konzentration auf die hausinterne so genannte „Preis-vor-Menge“-Strategie und ein derzeit hoher Aktienkurs haben LANXESS (WKN 547040) in den deutschen Leitindex DAX geführt. Das derzeit wachstumsstarke Geschäft in den Schwellenländern soll dafür sorgen, dass der Spezialchemie-Konzern möglichst lange dort verbleibt – doch die Euro-Krise und schwankende Rohstoffpreise könnten diese Aufgabe enorm erschweren. Mehr dazu hier.
Zuletzt ein Blick in den Solarsektor. Ein Kursgewinn von knapp 20 Prozent in weniger als einer Woche hat uns einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass die Aktie von Solarworld (WKN 510840) sehr schön zum Spekulieren geeignet ist. Für risikoscheue Anleger dürften dagegen die Unsicherheiten, die nicht nur Solarworld, sondern die gesamte Solarbranche erfasst haben unkalkulierbar sein. Mehr dazu hier.

Internationale Einzelwerte

International stand in dieser Woche mit Abstand sicher Apple (WKN 865985) im Fokus. In Kürze dürfen die Fans endlich das iPhone 5 in Händen halten. Lange hat es gedauert, denn nachdem das Apfelunternehmen im Oktober vergangenen Jahres lediglich das iPhone 4S vorgestellt hatte, mussten die Apple-Jünger diese Woche abwarten. Das iPhone 5 hat durchaus das Potenzial für eine weitere Beflügelung des Apple-Aktienkurses zu sorgen. Mehr dazu hier.
Nicht ganz so rosig sieht es derzeit beim langjährigen „Handy-König“ Nokia (WKN 870737) aus. Ihre hohe Volatilität macht die Nokia-Aktie zu einem idealen Kandidaten für Zertifikate, die auf seitwärts tendierende Kurse abzielen. Wir verraten Ihnen hier, bei welchen Produkten jetzt der Einstieg lohnt.
Zum Schluss noch ein Blick in die Schweiz und dort auf den Lebensmittelriesen Nestlé (WKN A0Q4DC). Im Zuge des wirtschaftlichen Aufstiegs der Schwellenländer gleicht die Bevölkerung in diesen Staaten ihre Konsum- und Essgewohnheiten denen der westlichen Industrieländer an. Von diesem Nachholbedarf konnte bisher auch der weltweit größte Lebensmittelkonzern profitieren. Ob das auch in Zukunft so bleibt, schreiben wir hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen wird es so langsam wieder interessant. Am Dienstag stehen u.a. die Bilanzen von FedEx und Manchester United auf der Agenda. Am Mittwoch folgen Adobe Systems, Bed Bath & Beyond, General Mills und Inditex. Am Donnerstag richtet sich der Blick auf ConAgra, Rite Aid und vor allem Oracle.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Konjunkturseitig stehen am Montag die Handels- und Leistungsbilanz der Eurozone (Juli) auf der Agenda. In den USA dürfte der Empire State Manufacturing Index (September) von Interesse sein. Am Dienstag folgen aus Deutschland die ZEW-Konjunkturerwartungen (September) und aus den USA der NAHB/Wells Fargo Hausmarktindex (September). Ebenfalls aus dem US-Immobiliensektor kommen die wichtigsten Daten am Donnerstag: Wohnbaubeginne (August); Wohnbaugenehmigungen (August) sowie Verkäufe bestehender Häuser (August). Am Donnerstag stehen neben einigen europäischen Einkaufsmanagerindizes dann traditionell die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, sowie der Philly Fed Index (September) und die Frühindikatoren (August) auf der Agenda. Die Woche wird schließlich am Freitag vom Großen Verfallstag an den Terminmärkten, dem dreifachen Hexensabbat, gekrönt.


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