Bayer – Welche Euro-Krise?

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Zwar hat die Euro-Krise dazu geführt, dass Anbieter von Medikamenten derzeit mit sinkenden Arzneimittelausgaben europäischer Regierungen fertig werden müssen. Jedoch konnte besonders Bayer von dem schwachen Euro profitieren und sogar die Jahresprognose anheben.

Schwacher Euro beflügelt Exportgeschäft

Trotz der Sparmaßnahmen in den europäischen Gesundheitssystemen, konnte Bayer in den ersten beiden Quartalen des Jahres in Sachen Umsatz neue Bestmarken aufstellen. Hierzu hatte vor allem das gute Exportgeschäft beigetragen, das von der Schwäche des Euro profitieren konnte.

Nachdem der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern bereits im ersten Quartal des Jahres einen Rekordumsatz von 10,1 Mrd. Euro hatte verbuchen können, folgte im zweiten Quartal sogleich eine neue Bestmarke. Zwischen April und Juni 2012 erreichte Bayer beim Umsatz einen neuen Rekordwert von 10,2 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete dies eine Steigerung von 10,0 Prozent. Aufgrund der positiven Währungseffekte betrug das währungsbereinigte Wachstum lediglich 5,0 Prozent. Dies war jedoch immer noch mehr als die Analysten zuvor im Schnitt erwartet hatten. Das Konzernergebnis sank aufgrund hoher Sondereinflüsse aus den Rückstellungen für Rechtsfälle in den USA um 33,9 Prozent von 747 Mio. auf 494 Mio. Euro. Hierbei sollte es sich jedoch um einmalige Aufwendungen handeln. Das bereinigte EBITDA stieg um 7 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 14 Prozent von 1,29 auf 1,47 Euro.

Jahresprognose angehoben

Die guten Resultate und die weiterhin vorteilhaften Wechselkursbedingungen führten dazu, dass das Management seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2012 anhob. Beim Umsatz rechnet Bayer nun mit einem bereinigten Wachstum von 4 bis 5 Prozent auf 39 Mrd. bis 40 Mrd. Euro. Bisher hatte der Konzern nur ein Plus von rund 3 Prozent auf etwa 37 Mrd. Euro angepeilt. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll im oberen einstelligen Prozentbereich gesteigert werden. Hierbei war bisher nur eine leichte Verbesserung angepeilt worden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sollte dem neuen Ausblick zufolge um etwa 10 Prozent steigen. Zuvor hatte der Konzern nur mit einer leichten Verbesserung gerechnet.

Fazit

Trotz einiger guter Nachrichten rund um Bayer, bleibt es abzuwarten ob die Aktie des Unternehmens weitere Luft nach oben hat. Denn immerhin konnte das Papier seit Anfang Juni dieses Jahres um fast 30 Prozent an Wert zulegen, womit sogar das Allzeithoch von 66,45 Euro in greifbare Nähe gerückt ist. Jedoch ist das Papier in den vergangenen Jahren mehrmals bei dem Versuch gescheitert, diese Marke zu erreichen. Es bleibt also spannend, ob der Sprung dieses Mal gelingt.

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Dafür spricht beispielsweise, dass bis zum vierten Quartal 2012 zwei Medikamente gegen Augenerkrankungen und Prostatakrebs zugelassen werden sollen, die einiges zum Geschäftserfolg des DAX-Konzerns beitragen dürften. Zudem bleibt die Bayer-Aktie trotz des jüngsten Anstiegs mit einem 2012er-KGV von 11,5 und einer Dividendenrendite von 2,9 Prozent attraktiv bewertet.


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