Nach der gescheiterten Übernahme von Rhön-Klinikum: Fresenius vor neuen Jahreshochs?

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Wie bereits vergangene Woche angedeutet, ist die Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum (WKN 704230) wohl auf absehbare Zeit vom Tisch. Der Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560) kündigte heute an, bis auf Weiteres kein neues Übernahmeangebot unterbreiten zu wollen. Die Auswirkungen für die Rhön-Klinikum-Aktie waren ebenso verhersehbar: Kursrückschläge bis auf rund 15 Euro (Kursniveau vor dem ersten Angebot). Phantasie nach oben ist aber auch nach dem heutigen Kurssturz nicht vorhanden. Damit dürfte die Aktie für die kommenden Monate für die meisten Anleger uninteressant sein. Ganz im Gegensatz zur Fresenius-Aktie.

Der heutige Kursanstieg bei Fresenius macht es deutlich: Die Anleger sind froh, dass die unkalkulierbar gewordene Übernahme abgeblasen wurde. Stattdessen kann man sich nun wieder auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren. Ulf M. Schneider, Vorstandsvorsitzender von Fresenius, erklärte dazu heute: „Ein Verbund von HELIOS und RHÖN-KLINIKUM AG hätte die Chance geboten, neue zukunftsweisende Wege in der deutschen Gesundheitsversorgung zu gehen. Wir bedauern, dass diese strategisch sinnvolle Transaktion im Rahmen unseres Übernahmeangebots blockiert wurde, ohne eine konstruktive Alternative aufzuzeigen. Jede unserer Investitionen muss bei beherrschbaren Risiken Wert schaffen. Vor diesem Hintergrund sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass ein erneutes Angebot nicht vertretbar ist. HELIOS wird sich auch in Zukunft ausgezeichnet entwickeln und ist bestens positioniert, die führende Stellung im deutschen Krankenhausmarkt auszubauen.“ Somit stehen die Zeichen also auf organisches Wachstum, bzw. Wachstum durch kleinere Übernahmen – zumindest im Krankenhausgeschäft. Die anderen Geschäftsbereiche von Fresenius (Dialyse, Medizintechnik) laufen sowieso in geordneten Bahnen. Doch ganz aufgeben will man bei Rhön-Klinikum nicht. Die derzeitige Beteiligung von 5 Prozent minus 1 Aktie an Rhön-Klinikum soll in begrenztem Umfang aufgestockt werden. Damit will sich Fresenius Handlungsmöglichkeiten im Hinblick auf eine weitere Konsolidierung im Krankenhausmarkt offen halten, mehr jedoch nicht.

Für Fresenius-Aktionäre bietet die heutige Klarstellung die Chance auf neue Jahreshochs, die zugleich Allzeithochs sind. Aufgrund der Unsicherheit der vergangenen Woche war der Kurs bis auf 84 Euro zurückgekommen. Nun steht das bisherige Hoch von 88,71 Euro im Fokus. Darüber ist der Weg in Richtung Dreistelligkeit offen. Mit einem 2013er KGV von 14 ist die Aktie auch längst nicht zu teuer. So sehen das derzeit auch viele Analysten: HSBC („Overweight“) etwa sieht das 12-Monats-Kursziel bei 101 Euro, Société Générale („Buy“) sogar bei 120 Euro. Die Analysten der Credit Suisse („outperform“) bleiben mit 99 Euro eher bescheiden.


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