DAX Charttechnik: Spannender September – Wichtige Daten auf der Agenda

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Der August ist fast geschafft und der DAX wird den Monat wohl mit dem fünftbesten Ergebnis der Geschichte beenden. Unter dem Strich ging es in dem tendenziell eher schwachen Zeitabschnitt gut drei Prozent nach oben. Ob zum Schluss noch der krönende Sprung über die Marke von 7.000 Zählern gelingt, bleibt zur Stunde offen. Mit aktuellen Notierungen im Bereich von 6.985 Punkten liegt diese Schlüsselstelle aber in unmittelbarer Reichweite. Das ist aber auch nicht weiter wichtig, denn im September heißt es: Neues Spiel, neues Glück. Dabei verspricht der kommende Monat Hochspannung pur.

Hier die wichtigsten Termine im Überblick:
4. September: Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras trifft seinen Amtskollegen Wolfgang Schäuble in Berlin
6. September: Monatliche Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB)
9. September: Treffen des griechischen Finanzministers mit der Troika aus Vertreter der EU, des Internationalen Währungsfonds und der EZB
11. September: Die EU-Kommission stellt ein Modell zur europäischen Bankenaufsicht vor
12. September: Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über Klagen gegen den Fiskalpakt und den Rettungsschirm ESM
Zum Monatsende: Bericht der Troika über Spar- und Reformfortschritte Griechenlands

Nach dem Sommerloch kommt der Politbetrieb langsam wieder in Schwung. Die Nachrichten rund um die EU-Schuldenkrise bleiben damit der Market Mover
Nr. 1. Im Hintergrund gibt es aber weitere spannende Themen, die das Geschehen beeinflussen.

Sentimenttechnisch stellt sich vor allem die Frage, ob sich die Anleger von ihrer skeptischen Grundhaltung lösen können und die Masse doch noch auf die Long-Seite wechselt. Ab und zu ein Blick auf das Euwax-Sentiment (www.euwax.de) dürfte daher im September nicht schaden. Zusätzlich drängt sich die Frage auf, wie die Fondsmanager reagieren, die langsam aus dem Urlaub wieder eintrudeln. Geraten sie mit Blick auf das Jahresende und dem „relativ“ festen Niveau in Zugzwang?

Aus Sicht der Charttechnik wird es vor allem um die folgenden Punkte gehen: 1.) Kann sich der DAX über die 2011er-Abwärtstrendgerade bei zirka 7.070 Punkten schieben und damit Platz bis zum Jahreshoch eröffnen? Oder orientieren sich die Kurse doch vorerst Richtung Süden? Und geht es dann tatsächlich bis auf die untere Trendkanalbegrenzung bei 6.600 Zählern runter? Festzuhalten ist, dass die Notierungen bei 6.830 und bei 6.750 Punkten auf Unterstützungen treffen. Zudem sind die Aufwärtstrends nach wie vor intakt. Als Grundlage für einen möglichen Short-Trade kommt schlussendlich nur der „überkaufte“ Markt in Frage. Doch nach dem Quergeschiebe in den vergangenen Sitzungen – alleine im August beendete der DAX zwölf Handelstage zur Xetra-Schlussglocke zwischen 6.900 und 7.000 Punkten – kann nicht ernsthaft von einer heißgelaufenen Technik gesprochen werden. Was bleibt ist eventuell das Bauchgefühl, doch hier spricht eigentlich das negative Sentiment für eine Fortsetzung der Erholung.

Der September dürfte an der Börse für manche Überraschung sorgen, worauf der DAX mit teils recht deutlichen Bewegungen reagieren dürfte. Potenzial eröffnet sich in beide Richtung. Bleiben „große“ negative Meldungen aus, bestehen jedoch gute Chancen, dass der Markt weiter auf Erholungskurs bleibt. Ende August bleiben wir unserer Linie vorerst treu und rechnen weiter mit festeren Kursen.

Sebastian Hoffmann ist Trading-Analyst bei Prime Quants. Dort ist er vor allem für die Intraday-Analysen, die Handelssysteme und die Trading-Services verantwortlich.


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