Rhön-Klinikum: Die Chancen für Fresenius und weitere Kursgewinne schwinden

1

Eigentlich gibt es dieser Tage wenig neues in Sachen Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum (WKN 704230). Doch eine Vielzahl an Einzelmeldungen macht den seit einiger Zeit immer wieder erwarteten, zweiten Versuch seitens des Gesundheitskonzerns Fresenius (WKN 578560) immer unwahrscheinlicher. Nachdem zu Wochenbeginn bekannt wurde, dass der Medizintechnikkonzern B.Braun 5 Prozent der Rhön-Klinikum-Anteile erworben hat, keimte schon Unsicherheit auf. Nun wurde bekannt, dass der Klinikbetreiber Asklepios, der ebenfalls in dieser Größenordnung bei Rhön-Klinikum engagiert sind, beim Bundeskartellamt unter dem Aktienzeichen B3-132/12 ein „Zusammenschlussverfahren“ eingereicht hat. Schlechte Nachrichten also für die Freunde einer schnellen Übernahme. Anleger sollten nun genau überlegen, ob und wie lange sie noch auf einen neuerlichen Übernahmeversuch warten wollen.

Wie bereits vergangene Woche geschrieben war der Kurssprung der Rhön-Aktie bis auf 20 Euro das höchste der Gefühle – sofern kein neues Angebot auf dem Tisch liegt. Ob das dann auch über 22,50 Euro liegt, bleibt weiterhin offen. Sicher ist nur: Sofern Fresenius keine 90 Prozent-Mehrheit bei Rhön-Klinikum bekommt, macht eine Übernahme wenig Sinn. Eine Verschmelzung mit der Fresenius-Tochter Helios geht dann ebensowenig wie Kapitalmaßnahmen oder Satzungsänderungen (Die bisherige Unternehmenssatzung enthält diese Hürde). Eine Übernahme von lediglich 50 Prozent + X, wie zuletzt öfter kolportiert wurde, würde ein Spiel auf Zeit nach sich ziehen, das für alle Beteiligten teuer würde, und von daher die schlechteste aller Lösungen wäre.

Eine Konsolidierung der deutschen Kliniklandschaft scheint somit also weiter auf den Sanktnimmerleinstag verschoben werden zu müssen. Weder Asklepios, noch Sana noch die Fresenius-Tochter Helios werden hier nachgeben – Potenzielle Marktanteile gibt eben niemand gerne her. Und B. Braun sichert sich mit der Unabhängigkeit von Rhön-Klinikum die eigenen Margen. Denn wenn statt vier nur noch drei große Player am Markt unterwegs wären, hätte dies auch Auswirkungen auf die Preise, die B.Braun erzielen kann. Somit dürfte im deutschen Klinikbetrieb auf absehbare erst einmal alles beim alten bleiben. Es sei denn, irgendeiner der Beteiligten greift so richtig tief in die Tasche, sprich bietet mehr als die bisher im Raum stehenden 22,50 Euro je Rhön-Aktie. Denn am Ende gilt auch im Übernahmepoker: „Über den Preis kriegt man sie alle“. Doch da sich das dann wohl nicht mehr rechnet, dürfte die Übernahme wohl auf absehbare Zeit ausfallen.

Rhön-Aktionäre, sollten als wenigstens die bisherigen Gewinne absichern oder sich gleich ganz auf ein neues Investitionsziel konzentrieren. Hartgesottene Anleger können natürlich weiter auf ein Übernahmeangebot hoffen, doch sollten hierbei Kursrückschläge bis auf rund 15 Euro (Kursniveau vor dem ersten Angebot) und viel Geduld eingeplant werden. In der Kursregion von 15 Euro wäre die Aktie dann auch unter fundamentalen Gesichtspunkten fair bewertet.


1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here