Carrefour & Metro: Attraktive Einstiegschance für Berufsoptimisten

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Die mangelnde Kaufbereitschaft der Konsumenten in Südeuropa machte sich nun einmal mehr in den Geschäftszahlen des größten europäischen Einzelhändlers Carrefour (WKN 852362) bemerkbar. Doch der Konkurrent von Metro (WKN 725750) schaffte es in den ersten sechs Monaten des Jahres trotz eines Gewinnrückgangs die Analystenerwartungen zu übertreffen und seinen Nettoverlust nach unten zu schrauben.

Insgesamt konnte Carrefour im ersten Halbjahr einen Umsatz von 38,8 Mrd. Euro verbuchen. Dies bedeutete nur eine leichte Steigerung von 0,9 Prozent im Vergleich zum Ergebnis des Vorjahres. Beim bereinigten operativen Gewinn ging es dagegen um 8,2 Prozent auf 769 Mio. Euro nach unten. Jedoch hatten die Analysten mit einem noch stärkeren Rückgang auf 709 Mio. Euro gerechnet. Eine kleine Erfolgsmeldung gab es auch in Sachen Fehlbetrag zu berichten. Denn dieser wurde im Vergleich zu dem Minus von 249 Mio. Euro aus dem Vorjahr auf nun minus 31 Mio. Euro reduziert.

Aufgrund dieser positiven Überraschung schoss die Carrefour-Aktie im Pariser Handel in der Zwischenzeit um etwa 10 Prozent nach oben. Gleichzeitig schoss auch die Metro-Aktie nach oben und schwang sich am Donnerstag zum mit Abstand besten Performer im deutschen Leitindex DAX auf. Das Papier profitierte dabei hauptsächlich von Berichten über einen möglichen Verkauf seiner ausländischen Real-Märkte. Zudem dürfte auch Carrefour die Metro-Aktie beflügelt haben.

Jedoch stellt sich bei beiden Handels-Titeln die Frage, ob es sich bei den heutigen Kurssprüngen um den Beginn eines anhaltenden Aufwärtstrends handelt, oder ob wir weiterhin ein schwächeln der Aktien erleben werden. Für beide Unternehmen bleibt das Problem bestehen, dass die Verbraucher in den Staaten Südeuropas aufgrund der dort aufgelegten Sparprogramme und der schwierigen Konjunktur so schnell ihren Appetit zum Geld ausgeben nicht wiederfinden dürften. Carrefour hat auf die schwierige Situation nun mit der Ankündigung 600 Stellen zu streichen reagiert. Doch ob dies ausreichen wird, den Aktienkurs in alte Höhen zu bringen darf bezweifelt werden. Immerhin hat der Titel in den letzten zwei Jahren mehr als 50 Prozent an Wert verloren. Diejenigen, die aber an ein Comeback glauben, bekommen das Papier zu einem ordentlichen 2012er-KGV von 12 und einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent.

Die Metro-Aktie ist mit einem 2012er-KGV von 9 und einer Dividendenrendite von 5,7 Prozent sogar noch attraktiver bewertet. Jedoch mussten auch die Metro-Aktionäre zuletzt einiges einstecken. Nicht nur, dass der Titel in den vergangenen zwei Jahren etwas mehr als 50 Prozent an Wert eingebüßt hat, vielmehr droht dem DAX-Gründungsmitglied nun sogar der Abstieg aus der ersten deutschen Börsenliga.


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