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Q-Cells: Bieterwettkampf weckt Kursfantasie – aber zurecht?

In der deutschen Solarbranche geht es im Moment zumindest nicht langweilig zu. Denn nachdem wir uns am Wochenende auf einen Verkauf des insolventen Photovoltaik-Unternehmens Q-Cells (WKN 555866) nach Südkorea eingestellt hatten, funken nun die Spanier dazwischen und eröffnen einen Bieterkampf. Für Aktionäre keimt nun die Hoffnung auf neue Kurshöhen auf, doch zurecht?

Nach langer Suche war mit der südkoreanischen Hanwha Gruppe ein Investor für Q-Cells gefunden. Dabei hat Hanwha bereits einen entsprechenden Vertrag mit dem Insolvenzverwalter unterzeichnet. Diesem Vertrag muss allerdings noch die Gläubigerversammlung am 29. August zustimmen. Die Südkoreaner wollen sich die Übernahme des „weitaus“ größten Teils von Q-Cells insgesamt 250 Mio. Euro kosten lassen.

Daraufhin verzeichnete die Q-Cells-Aktie bereits am Freitag und Montagvormittag sehr deutliche Kursgewinne. Doch im weiteren Handelsverlauf legte sich diese Euphorie ein wenig, denn die Hanwha-Zahlung reicht bei weitem nicht aus, um den hohen Schuldenberg von Q-Cells abzutragen. Damit könnten die Aktionäre auf einem großen Teil dieses Schuldenbergs sitzenbleiben.

Wesentlich erfreuter dürften die Anleger dagegen über die Meldung sein, dass mit der spanischen Isofoton nun offenbar ein weiterer Interessent in den Bieterwettstreit um Q-Cells eingestiegen ist. Demnach möchte Isofoton laut eines Unternehmenssprechers zusammen mit einem US-Fonds ein Angebot für Q-Cells abgeben. Über die genaue Höhe wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Anleger sollte dennoch nicht allzu große Hoffnungen in einen Bieterwettstreit setzen. Kurse jenseits des Pennystock-Bereichs dürften der Geschichte angehören. So oder so dürften die Altaktionäre am Ende die Dummen sein und bei einem Verkauf auf herben Verlusten sitzen bleiben. Lediglich als kurzfristiger Zock kann die Aktie noch dienen. Doch hierbei sollte man (sich) stets enge Limits setzen. Kurssprünge, wie heute Morgen bis auf knapp 24 Cent, wirken auf den ersten Blick kukrativ. Doch inzwischen werden wieder Kurse bei knapp 18 Cent aufgerufen – das sind 25 Prozent Kursverlust. Neuanleger sollten also vorsichtig sein. Wer noch im Gewinnbereich ist, kann auf weitere Kurssprünge hoffen, doch wann die kommen, ist offen. Da bieten sich Gewinnmitnahmen an – diese sind schließlich nie verkehrt, getreu dem Motto: Es ist nie gut der letzte zu sein, der noch an Kursgewinne glaubt.


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