Wochenrückblick KW 34: Geht die Sommerrallye weiter? Commerzbank-Aktie kommt voran

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Die vergangene Woche bracht mal wieder wenig neues in Sachen Euro-Krise. Griechen-Premier Samaras traf zwar auf Bundeskanzlerin Merkel, doch ohne Bericht der Troika wird sich in Sache Krisenbewältigung nichts bewegen. Stattdessen wurde bekannt, dass Deutschland offenbar auf den Austritt Griechenlands vorbereitet ist – zumindest gibt es offenbar im Bundesfinanzministerium eine entsprechende Arbeitsgruppe. Doch sind wir mal ehrlich, alles andere wäre auch grob fahrlässig. Denn egal ob es passiert oder nicht – die Gefahr besteht.
Unterdessen dringen aber nicht nur aus den bekannten Südeuropäischen Staaten schlechte Nachrichten zu uns. Auch aus den Niederlanden, bislang ein Hort der Stabilität, werden nun Sorgen über den Immobilienmarkt formuliert. Auslöser sind rückläufige Immobilienpreise, die die heimischen Banken zu einem Warnruf antrieben. Doch letztlich könnte es auch nur dem nahenden Wahlkampf geschuldetes Jammern sein.
Die Aktienmärkte hielten sich zuletzt jedenfalls deutlich gut gelaunt weitgehend im grünen Bereich. Nicht zuletzt weil aus den Fed-Protokollen hervorgeht, dass ein neues Anleihenkaufprogramm durchaus im Rahmen des möglichen liegt. Im Herbst wissen wir mehr. Bis dahin könnte die Sommerrallye also weitergehen…

Der DAX und sein Chart

Der deutsche Leitindex DAX hielt sich vergangene Woche erfreulich lange über der Marke von 7.000 Punkten. Doch auch nach dem jüngsten Rückgang muss man sich nicht sorgen. Wie wir in unserem Ausblick DAX geschrieben haben, bildet die steigende 20-Tage-Linie (6.909) und das markante Hoch von Anfang Mai bei 6.876 die zentrale Unterstützungszone. Erst darunter trübt sich die Ausgangslage wieder ein wenig ein. Kann sich der DAX dagegen in der Region um 6.900 stabilisieren, stehen die Chancen gut, dass der jüngste Kursanstieg bald seine Fortsetzung findet. Über dem Hoch dieser Woche (7.105) steht ein Angriff auf das Jahreshoch vom März bei 7.194 an.

Einzeltitel aus Deutschland

Die Zahlensaison bot vergangene Woche nur wenig Highlights. Stattdessen standen die „üblichen Verdächtigen“ im Fokus. Allen voran Dauerbrenner Commerzbank (WKN 803200). Nach dem Überschreiten der Marke von 1,20 Euro ging es Stück für Stück nach oben. Zwischendurch waren zwar auch Rückschläge zu beobachten, aber am Freitagabend stand in Frankfurt ein Schlusskurs von 1,28 Euro auf dem Kurszettel. Der Weg in Richtung 2 Euro ist also eröffnet, mehr dazu hier.
Ebenfalls altbekannt ist der Übernahmeversuch des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum (WKN 704230) durch den Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560). In dieser Woche verdichteten sich die Zeichen, dass hier nun ein erneuter Anlauf unternommen wird. Hintergründe und Aussichten dazu im Beitrag „Rhön-Klinikum: Startet Fresenius wirklich einen zweiten Übernahmeversuch?“
Von Interesse war zuletzt auch der Autobauer VW (WKN 766403). Die Wolfsburger konnten im bisherigen Jahresverlauf den negativen Folgen der Euro-Krise mit starken Absatzzahlen trotzen. Doch aufgrund der weltweit schwächelnden Konjunktur und einiger Verkaufsbeschränkungen in China, könnte die Erfolgsgeschichte aber auch eventuell ein jähes Ende finden…mehr dazu hier.
Nicht weniger interessant war ein Blick auf den Medienkonzern ProSiebenSat.1 (WKN 777117). Denn Aktionäre von Medienkonzernen brauchen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders gute Nerven – wir zeigen auch warum.
Zuletzt noch ein Blick auf die Nebenwertefraktion. Am Montag bot sich für unbedarfte Anleger von Schaltbau (WKN 717030) ein kleiner Schock: Da standen plötzlich -66 Prozent. Doch keine Sorge, ein Blick auf die Aktienanzahl verriet: Es handelt sich um einen Split 1 : 3, d.h. aus bisher einer Aktie wurden nun drei. Mit dieser optischen Verbilligung dürfte die im SDAX notierte Aktie auch für neue Anleger noch interessanter werden – zurecht wie man hier lesen kann.

Internationale Einzelwerte

International standen mit HP und Dell zwei problembehaftete PC-Konzerne im Fokus. Doch darüber sollte man nicht das teuerste Unternehmen der Welt vergessen: Apple (WKN 865985). Am Montag wurde der bisherige Rekord von Microsoft eingestellt. Doch der Höchstkurs lag noch darüber: 669,48 US-Dollar je Aktie bzw. mehr als 627 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung. Dass das nicht das Ende der Fahnenstange sein muss, zeigen wir u.a. hier. Interessant ist die Aktie nun vor allem auch, weil Samsung Apple im Patentstreit unterlegen ist.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen ist das Groß der Bilanzen bereits veröffentlicht. Interessante Nachzügler kommen am Montag mit Tiffany, am Dienstag mit Bouygues und Credit Agricole aus Frankreich und am Mittwoch mit dem Ketchupriesen H.J. Heinz aus den USA. Am Donnerstag stehen mit der Hauptversammlung von GESCO und den Zahlen von INDUS Holding bereits zwei hier im Blog vorgestellte Beteiligungsgesellschaften im Blick, bevor am Freitag die Zahlen von MBB Industries folgen.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Die konjunkturell spannende Woche beginnt am Montag mit dem ifo Geschäftsklima. Fortsetzung findet das Ganze am Dienstag mit dem GfK-Konsumklimaindex. Aus den USA folgen zudem der Case/Shiller Hauspreisindex sowie das Verbrauchervertrauen des Conference Board. Am Mittwoch wird es aufgrund des Beige Book einmal mehr spannend, bevor am Freitag mit der Inflationsvorabschätzung im Euroraum für August sowie aus den USA das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan, den Industrieaufträgen sowie dem Chicago Einkaufsmanagerindex einige hochkarätige Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung anstehen.


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