Aussichtsreiche deutsche Beteiligungsgesellschaften: GESCO, INDUS und MBB Industries

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Beteiligungsgesellschaft sind im Allgemeinen Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, mit Beteiligungen an anderen Unternehmen Geld zu verdienen. Frei nach dem Motto „kaufe dich ein und bringe Rendite herein“. Mit einem Heuschrecken-da-sein hat es nichts zu tun. Gerade deutsche Beteiligungsgesellschaften sind darauf aus, Beteiligungen an anderen, eigenständigen und unterschiedlichen Branchen angehörenden Unternehmen zu erwerben, zu halten und zu veräußern. Aber nicht das Unternehmen auszunehmen – zumal gewöhnlich wird hierbei nicht eine Mehrheits-, sondern eine gewinnorientierte Minderheitsbeteiligung an den ausgewählten Unternehmen angestrebt wird.

Zu den aussichtsreichsten Titeln am deutschen Aktienmarkt dürften wohl die folgenden drei Titel gehören:

GESCO – Fokus auf dem Mittelstand

Die GESCO AG (WKN A1K020) ist eine Beteiligungsgesellschaft, die Unternehmen des industriellen Mittelstands erwirbt. Schwerpunkt des GESCO-Portfolios ist das Geschäftsfeld Basis-Technologien. Die im SDAX notierte Gesellschaft erwirbt ausschließlich produzierende Unternehmen des industriellen Mittelstands und konzentriert sich dabei auf die Branchen Werkzeug-/ Maschinenbau und Kunststoff-Technik. Das Unternehmen übernimmt grundsätzlich 100% der Gesellschaftsanteile vom Alteigentümer und setzt dann einen neuen Geschäftsführer ein, der sich nach einer ein- bis zweijährigen Phase der Bewährung mit zumeist 20 % an dem von ihm geleiteten Unternehmen beteiligt. GESCO sichert in den Tochterunternehmen zeitgemäße Management-Standards und leistet Coaching, Controlling und Consulting, so die offizielle Strategie des Unternehmens. Und diese funktioniert: Die jüngsten Quartalszahlen belegen es. Der Gewinn ist weiter gestiegen.


Quelle: comdirect

Für die Zukunft ist man verhalten optimistisch. „Derzeit bewegt sich das operative Geschäft in der GESCO-Gruppe insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau. Einzelne Gesellschaften verzeichnen eine abgeschwächte Kundennachfrage oder eine zögerlichere Auftragsvergabe. Konkrete Zeichen für einen massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Gruppe sind gegenwärtig nicht erkennbar.“ Mit einem 2013er-KGV von 10 und einer Dividendenrendite von 6,4 Prozent ist die Aktie auf jeden Fall einen Hingucker wert. Der Begriff „Rendite“ kann durchaus mit GESCO in Verbindung gebracht werden.

INDUS Holding – Alter Hase auf dem Kurszettel

Nicht weniger erfolgreich ist die INDUS Holding (WKN 620010). Die Beteiligungsgesellschaft investiert ebenfalls in mittelständische Produktionsunternehmen. Grundlage ist auch hier der mehrheitliche Erwerb von erfolgreichen mittelständischen Unternehmen und deren kontinuierliche Weiterentwicklung. INDUS kauft ausschließlich Industrieunternehmen, sogenannte Hidden Champions, die in interessanten Nischenmärkten aktiv und innerhalb ihrer jeweiligen Märkte führend sind. Man sieht sich dabei als führender Ansprechpartner für Nachfolgeregelungen. 2011 erwirtschaftete die Gruppe bei einem Umsatz von 1,1 Mrd. Euro ein EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) von rund 112 Mio. Euro. Die Kernsegmente des Beteiligungsportfolios umfassen die Branchen Bauindustrie/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugkomponenten/Engineering, Metall/Metallverarbeitung sowie Medizintechnik/Life Science. Besonders in den beiden letzten Segmenten will INDUS langfristig wachsen. Die Tochtergesellschaften handeln operativ selbstständig und verantworten die Bereiche Produktion und Vertrieb, Marketing und Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Die Holding konzentriert sich auf die klassischen Querschnittsfunktionen Finanzierung, Controlling, Bilanzierung, Steuern und Recht.

Wie erfolgreich man damit ist, zeigt das erste Quartal 2012. Der Umsatz wuchs erneut an, das EBIT litt aber unter einem schwachen Jahresauftakt. Klarheit über das zweite Quartal herrscht nach der Zahlenvorlage zum ersten Halbjahr am 30. August. Auf der Hauptversammlung vergangenen Monat bekräftigte INDUS die bisherige Prognose. Der neue Vorstandsvorsitzende Jürgen Abromeit erklärte: „2012 wird wieder ein gutes Jahr für die INDUS-Gruppe werden – aber eben kein Rekordjahr wie 2011. Wir planen für das laufende Jahr beim Umsatz wieder die Milliarde zu überspringen. Was die Ertragsaussichten angeht, bleiben wir vorsichtiger. Unsere langjährige Zielmarke 10-%-EBIT-Marge bleibt anspruchsvoll; das werden wir nur erreichen, wenn die Konjunktur im Jahresverlauf anzieht und eine Entlastung auf der Kostenseite eintritt.“


Quelle: comdirect

Alles in allem also keine schlechten Nachrichten. Mit einem 2013er KGV von 6,5 und einer Dividendenrendite von 5,8 Prozent bietet die ebenfalls im SDAX notierte Aktie vielleicht sogar noch etwas bessere Argumente, als die zuletzt besser gelaufene GESCO-Aktie.

MBB Industries: Klein, aber fein

Etwas kleiner und unbekannter ist unsere dritte Beteiligungsgesellschaft, die MBB Industries AG (WKN A0ETBQ). Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 wächst das Unternehmen durch organisches Wachstum und Kauf von Unternehmen nachhaltig. Namensgeberin der heutigen Aktiengesellschaft ist übrigens die 1997 von der Daimler-Benz Aerospace AG übernommene MBB Gelma Industrieelektronik GmbH, eine frühere Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Tochter. Kern des Geschäftsmodells von MBB Industries ist die langfristige Wertsteigerung der Beteiligungsunternehmen und der Gruppe als Ganzes. Die Beteiligungsgesellschaft ist auf Unternehmensgrößen ab 10 Mio. Euro Umsatz spezialisiert und konzentriert sich auf die mehrheitliche Beteiligung. Neben ungelösten Nachfolgefragen sieht das Unternehmen auch Finanzierungs- oder Ertragsprobleme sowie Veräußerungsabsichten in Konzernen als ideale Zeitpunkte für einen Einstieg.


Quelle: comdirect

Wie erfolgreich das Geschäft in der Nische sein kann, zeigt das erste Halbjahr. Dank Umsatz- und Gewinnsprung konnte ein Rekordergebnis je Aktie von 0,89 Euro je Aktie ausgewiesen werden. Für das Gesamtjahr geht MBB Industries unverändert von einem Umsatz von über 200 Mio. Euro und einer Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung aus. Die Analysten von Close Brothers Seydler haben infolgedessen ihre EPS-Schätzung für 2012 auf 1,45 Euro und für 2013 auf 1,71 Euro erhöht. Daraus ergäben sich ein 2013er KGV von 6,8 und eine Dividendenrendite von 5,5 Prozent. Wahrlich beides keine schlechten Werte. Nach dem jüngsten Kurssprung, infolge der starken Halbjahreszahlen, sollte man sich jedoch erst einmal zurückhalten und den weiteren Verlauf abwarten. Möglicherweise ergeben sich noch einmal deutlich günstigere Einstiegschancen in den marktengen Nebenwert.


1 KOMMENTAR

  1. […] Quartalszahlen standen zuletzt nur noch wenige auf der Agenda. Von besonderem Interesse war hierbei aber der Solarsektor. Branchenführer SolarWorld (WKN 510840) hat dabei für das erste Halbjahr rückläufige Umsätze und tiefrote Zahlen gemeldet. Doch eine Strategie wie man wieder aus dem Tal der Tränen kommen will, wurden im Rahmen der Zahlenvorlage nicht präsentiert. Stattdessen wurde kräftig auf die “aggressive und von illegalen Handelspraktiken geprägten Marktlage” verwiesen. Das zielt vor allem gegen die Konkurrenz aus China, die man sich nun per Antidumping-Verfahren vom Hals halten will. Doch auch dies dürfte nicht von Erfolg gekrönt sein. Die Probleme in der Solarwirtschaft liegen tiefer – mangelnde Innovation und zu teuere Produktion. Für die Aktie gings bergab, getreu dem Motto “Der Letzte macht das Licht aus”. Ganz anderes dagegen die Lage bei Sky Deutschland (WKN SKYD00). Denn wer versprechen hält, wird belohnt. So geht es nun Brian Sullivan, dem Chef des im MDAX notierten Bezahlsenders. Die markigen Ankündigungen nun endlich schwarze Zahlen zu schreiben, wurde Wirklichkeit. Sky konnte wie prognostiziert ein positives EBIT erwirtschaften und zugleich den Umsatz deutlich ausweiten. Auch in die Zukunft blickt man in Unterföhring nun deutlich optimistischer. Der Aktie könnte dies den nötigen Schub verleihen, wie wir hier schrieben. Ebenfalls nach Quartalszahlen interessant erschien uns das Hamburger Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen VTG (WKN VTG999). Dieses konnte mit durchwachsenen Quartalszahlen und noch mehr mit einem schwachen Ausblick von sich reden machen. Die Anleger straften die im SDAX notierte Aktie aber nur wenig ab, weshalb sich die Frage stellt, ob auf dem aktuellen Kursniveau nun eine nachhaltige Bodenbildung stattgefunden hat und nun der Ausbruch nach oben erfolgen kann. Mehr dazu hier. Neben einem Blick auf den Elektrotechnik- und Industrieriesen Siemens (WKN 723610) richtete sich der Blick auf deutsche, mittelständische Beteiligungsgesellschaften. Mehr über GESCO (WKN A1K020), INDUS Holding (WKN 620010) und MBB Industries (WKN A0ETBQ) im Beitrag Aussichtsreiche deutsche Beteiligungsgesellschaften. […]

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