Die Diskussion um deutsche (Wirtschafts-)Blogs reloaded

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Erstmal *gääähn*, eigentlich wollte ich zu dem Thema nichts mehr sagen und habs gestern bei einem Kommentar belassen. Worum gehts überhaupt? Vor zwei Wochen schrieb Reuters-Blogger Felix Salmon den Beitrag 10 reasons for the lack of German econobloggers über die Qualität deutscher Wirtschaftsblogger. Die anschließende Diskussion kann man dann hier nachlesen:
Blick Log: US Blogger streiten über Qualität deutscher Wirtschaftsblogs
Börsennotizbuch: Deutsche Wirtschaftsblogs: Warum so wenig? Sind sie gut?
oder auch bei uns:
Die Sache mit den deutschen Wirtschaftsbloggern

Der Knackpunkt, weshalb das ganze wieder aufgewärmt wird: Die Süddeutsche Zeitung hat im sz magazin zum Thema Medienkrise „Wozu Zeitung“ den oben genannten Beitrag unter der Überschrift Zehn Gründe, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren. auf deutsch veröffentlicht. Leider fehlt das Wirtschafts- vor Blogs. Erstaunlicherweise wird Salmon zudem zunächst Imit den Worten vorgestellt:
„Felix Salmon, 37, betreibt mit portfolio.com einen der erfolgreichsten amerikanischen Blogs, der sich mit Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzt.“
Inzwischen hat man zumindest die Einstellung von portfolio.com (Webauftritt der Finanzzeitschrift Portfolio) erkannt und den neuen Blog-Ort Reuters genannt:
„Felix Salmon, 37, ist mit seinem Blog über Wirtschafts- und Finanzthemen vor kurzem von portfolio.com zu Reuters umgezogen (*) und bloggt zudem auf http://www.felixsalmon.com.“
Mit dem (*) verweist man übrigens auf Niggemeiers Bemerkungen Schöner sterben mit dem „SZ-Magazin”. Die Sache mit den Wirtschaftsblogs wurde aber erneut überlesen, vergessen oder was auch immer. Wie schon gesagt, habe ich gestern bei Niggemeier per Kommentar auf unsere Diskussion von vor zwei Wochen verwiesen.

So weit so gut. Der Knaller kommt aber erst noch: Wie ich eben bei egghat gelesen habe, haben einige Mainstreammedien den sz-magazin-Artikel unkorrigiert und unkommentiert übernommen:
Spiegel: Warum Deutschland Blog-Hemmung hat
taz: Deutsche Blogs funktionieren nicht
FTD: Zehn Gründe, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren (Schön als 10-seitige Klickstrecke)
und selbst die sz veröffentlicht den Artikel nochmal:
Süddeutsche Zeitung: Zehn Thesen, warum deutsche Blogs nicht funktionieren

Alles in allem: Einfach nur peinlich! So behält man keine zahlenden Leser geschweige denn gewinnt neue Leser hinzu. Wenig erstaunlich, dass vorallem nicht-blogger-affine Medien dabei sind. Im Gegensatz zu bspw. der FAZ, dem Handelsblatt oder der Zeit. Ein Thema totzuschweigen bzw. totzureden funktioniert eben nur, wenn man alleine ist. Wenn man Widerspruch erfährt, geht das eben nicht so leicht. Zwei Lesenswerte Beiträge sind übrigens:
Journalismus-Darmstadt.de: Wie man journalistisch mit der Frage „Wozu Zeitung?“ umgeht: Fünf Tipps anhand des SZ-Magazins vom 8. Mai
und
stilstand: Des Deutschen Internetphobie


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