Made in USA: Die drei großen Kreditkartenanbieter

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

„Bezahlen Sie doch einfach mit ihrem guten Namen…“ Der berühmte Werbeslogan von American Express hat die Zeit leider nicht überdauert. Dabei macht er das Konzept der Kreditkarte für alle greifbar. Dank Internet und Online-Shopping hat der „gute Namen“ seinen Sinn verloren und ist längst durch Zahlencodes ersetzt. Dennoch ist das Kreditkartengeschäft nach wie vor ertragreich. Die drei Schwergewichte kommen allesamt aus den USA und sind doch unterschiedlich. Ein Überblick.

American Express: Kreditkartenkunden weiter in Kauflaune

American Express (WKN 850226) schaffte es im zweiten Quartal des Jahres sowohl auf der Gewinnseite als auch beim Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr zuzulegen, doch die Analysten hatten sich teilweise mehr verspochen. Dabei war der ein wenig enttäuschende Umsatzanstieg zum großen Teil mit einem starken Ergebnis im Vergleichsquartal des Vorjahres und leichten Auswirkungen der allgemeinen Marktunsicherheiten infolge der Euro-Krise verbunden.

Insgesamt konnte American Express den Nettogewinn leicht auf 1,34 Mrd. US-Dollar bzw. 1,15 US-Dollar je Aktien steigern, nachdem ein Jahr zuvor 1,33 Mrd. Euro bzw. 1,07 US-Dollar zu Buche standen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem EPS von 1,09 US-Dollar gerechnet. Der Gesamtumsatz stieg um 4,6 Prozent auf 7,97 Mrd. US-Dollar, blieb damit allerdings unter den Erwartungen von 8,10 Mrd. US-Dollar.

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Zwar verbuchte der Aktienkurs des Unternehmens unmittelbar auf die Ankündigung der Zahlen für das zweite Quartal 2012 einen leichten Rückgang, doch auf das gesamte Jahr gesehen konnte das Papier mehr als 20 Prozent an Wert zulegen. Dabei könnte der Aktienkurs auch in der kommenden Zeit von der ungebrochenen Kauflust, vor allem bei den Kreditkartenkunden in den USA, profitieren. Dabei liegen die Ausgaben von Privatkunden und größeren Firmen trotz der unbeständigen Wirtschaft weiterhin auf einem gesunden Niveau.

MasterCard wächst trotz Euro-Krise

MasterCard (WKN A0F602) profitierte im abgelaufenen Quartal einmal mehr davon, dass die Konsumenten in den USA ihre Einkäufe sehr gerne mit Plastikgeld bezahlen. Dabei wuchsen auch die weltweiten Umsätze mit Kreditkarten und dies trotz der aktuellen Unsicherheiten, die sich aus der Euro-Krise ergeben haben.

Im zweiten Quartal des Jahres verbuchte MasterCard einen Konzernumsatz von 1,82 Mrd. US-Dollar und damit 9,0 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte von 608 Mio. US-Dollar bzw. 4,76 US-Dollar je Aktie im Vorjahr auf 700 Mio. US-Dollar bzw. 5,55 US-Dollar je Aktie. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 5,65 US-Dollar und somit mehr als von Analysten erwartet worden war.

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Sollte MasterCard neben dem guten Ergebnis auf der Gewinnseite auch bei den Umsätzen wieder deutlicher zulegen können, könnte auch der jüngste Aufwärtstrend bei der Aktie des Unternehmens neue Nahrung erhalten. Dabei konnte das Papier in diesem Jahr um mehr als 25 Prozent zulegen.

Visa: Sollte man sich die Freiheit fürs Depot nehmen?

Schaut man auf den Kurs der Visa-Aktie (WKN A0NC7B) wird einmal mehr klar, was ein Aufwärtstrend ist. Seit Anfang 2011 hat sich die Aktie mehr als verdoppelt und dennoch sprechen viele Experten noch von einer günstigen Bewertung. Infolge der jüngsten Quartalszahlen wurden die Kursziele vielfach angehoben.

Zwar wies Visa im dritten Fiskalquartal 2011/12 aufgrund von Rechtsstreitigkeiten und Steuerausgaben einen Nettoverlust von 1,84 Mrd. US-Dollar aus, aber um diese Einmaleffekte bereinigt erzielte der Konzern einen Gewinn von 1,1 Mrd. US-Dollar bzw. 1,56 US-Dollar je Aktie. Die Erwartungen wurden dabei klar geschlagen. Auch beim Umsatz hatte Visa die Analystenschätzungen hinter sich lassen können.

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Doch damit nicht genug. Im Anschluss an die Zahlenvorlage wurden Aktienrückkäufe im Umfang von insgesamt 1 Mrd. US-Dollar genehmigt, was den Kurs zusätzlich antreiben soll. Somit dürften die Zeiten für Visa-Aktionäre auch weiterhin rosig sein, denn für das laufende Quartal zeichnen sich ebenfalls solide Zahlen ab.

Bildquelle: Marc Schmidt


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