DAX-Kandidat Continental strebt erneut Rekordjahr an – Aktie nagt am Jahreshoch

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Gute Nachrichten kommen aus dem Automobilzuliefergeschäft. Der MDAX-Titel Continental (WKN 543900) konnte ein starkes zweites Quartal verzeichnen und bleibt daher auch für die Zukunft optimistisch. So sieht man sich auf Zielkurs für ein weiteres Rekordjahr. Neben einem Umsatzanstieg wird auch mit einer verbesserten Marge gerechnet. Diese Nachricht treibt die Aktie voran – trotz allgemeiner Euro-Krise. Der Aufwärtstrend ist dabei sich selbstverstärkend, denn je höher der Kurs steigt, umso wahrscheinlicher wird die Aufnahme in den Leitindex DAX, was wiederum steigende Kurse zur Folge hätte. Insofern ist die Aktie derzeit fast eine sichere Bank.

Zunächst zu den heutigen Zahlen: Conti steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,9 Prozent auf 16,5 Mrd. Euro. Gleichzeitig legte das operative Ergebnis (EBIT) um fast 26 Prozent auf 1,6 Mrd. zu. Die EBIT-Marge stieg dabei von 8,6 Prozent auf nun 9,7 Prozent. Das insbesondere um die akquisitionsbedingten Abschreibungen und Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT, bereinigt) des Konzerns wuchs von 1,5 Mrd. Euro auf mehr als 1,8 Mrd. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge beträgt 11,1 Prozent, nach 10,0 Prozent vor einem Jahr. Das den Aktionären zuzurechnende Konzernergebnis stieg im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 47 Prozent auf eine 1 Mrd. Euro, was einem Ergebnis pro Aktie von 5,02 Euro entspricht, nach 3,42 Euro vor einem Jahr.

Doch nicht nur für Vergangenheit zeigte man sich mit starken Zahlen, auch für die Zukunft gibt man sich bei Conti optimistisch. Konzernchef Elmar Degenhart erklärte dazu: „Aufgrund der guten Entwicklung im ersten Halbjahr rechnen wir nunmehr mit einem Anstieg des Konzernumsatzes um mehr als 7 Prozent auf über 32,5 Milliarden Euro. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Marge beim bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) sogar über dem sehr guten Vorjahresniveau liegen wird. Grund für diese Neueinschätzung ist die leicht rückläufige Belastung aus den zuvor stark gestiegenen Rohstoffkosten.“


Quelle: comdirect

Getrieben durch diese Aussagen des Konzernchefs zählt die Aktie von Continental heute zu den wenigen Gewinnern auf dem Frankfurter Parkett. Mit 77,50 Euro konnte sogar kurzzeitig ein neues Jahreshoch markiert werden. Doch das nach der EZB-Pressekonferenz negative Marktumfeld verhinderte einen nachhaltigen Ausbruch – bislang. Conti scheint derzeit nämlich alles zu gelingen: Schuldenabbau, Umsatz- und Gewinnsteigerungen, Dividendenzahlungen und vermutlich bald der Wiederaufstieg in die erste Börsenliga. Am 5. September steht die Überprüfung der DAX-Zusammensetzung an und da MAN ebenso wie METRO weiterhin als heiße Abstiegskandidaten gelten, stehen die Chancen gut, dass die Hannoveraner nach ihrem Abstieg 2008 wieder in den DAX zurückkehren. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt mit jedem Euro Kursanstieg, denn die Marktkapitalisierung ist einer der Hauptgründe für eine DAX-Aufnahme. Befeuert wurde diese Phantasie jüngst durch entsprechende Aussagen von Konzernchef Degenhardt gegenüber der „Wirtschaftswoche„. Doch mit einem DAX-Aufstieg müssten auch jede Menge Fonds die Aktie kaufen, was dem Kurs neuen Antrieb verleiht. Möglicherweise sind dann Kurs im dreistelligen Bereich, wie sie bereits vor fünf Jahren zu sehen waren nicht mehr undenkbar.

Den einzigen Bremsfaktor in all der Euphorie benannte Degenhardt übrigens selbst bei der heutigen Zahlenvorlage: „Gleichwohl gilt es, die Unsicherheiten auf den weltweiten Absatzmärkten, die schwierige wirtschaftliche Situation in einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union und die Verlangsamung des Wachstums der Weltwirtschaft weiter sehr genau im Blick zu behalten.“ Conti scheint sich jedoch bislang glänzend mit dem Umfeld arrangiert zu haben. Von daher gilt wohl: Conti, gib Gummi…


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