Rhön-Klinikum: Warten auf neue Übernahmeangebote – Fresenius bleibt am Ball

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Nach der gescheiterten Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum (WKN 704230) durch den Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560) ist bei den Unterfranken die Zukunft weiter offen. Ursprünglich wollte die Mutter des Krankenhausbetreibers Helios 22,50 Euro je Aktie zahlen, doch dann kam der Klinik-Wettbewerber Asklepios dazwischen, später auch Sana Kliniken. Das Angebot scheiterte mangels Zustimmung. Doch zu einem alternativen Übernahmeangebot kam es bislang nicht. Heute nun teilte Fresenius bei Bekanntgabe der Quartalszahlen mit, dass man weiter an Rhön-Klinikum interessiert sei.

In der Mitteilung zum Geschäftsverlauf des abgelaufenen Quartals schreibt Fresenius im Absatz zu Helios: „Fresenius ist weiterhin von den Vorteilen eines Zusammenschlusses von RHÖN-KLINIKUM und HELIOS überzeugt und prüft Handlungsmöglichkeiten.“ Damit scheint in Sachen neues Übernahmeangebot wieder alles offen. Nach dem Scheitern der Übernahme Ende Juni war von Fresenius eher Zurückhaltung bezüglich eines neuen Angebots zu hören gewesen.

Ein neues Angebot ist alles dann wohl nur noch eine Frage der Zeit. Bleibt die Frage nach der Höhe. Angesichts der Prognosesenkung infolge der Verzögerungen beim Umbau der Uniklinik Gießen und Marburg ist das Ertragspotential bei Rhön-Klinikum gesunken. Dennoch würden die Unsicherheiten mit einer Übernahme auf einen Schlag verschwinden. Das Management könnte sich auf die Hebung der Synergien und das eigentliche Tagesgeschäft kümmern. Insofern wäre der bisherige Preis am Ende wohl doch nicht zu hoch, denn ansonsten hat sich ja in den vergangenen Monaten nichts geändert.


Quelle: comdirect

Als Aktionär von Rhön-Klinikum sollte man nun also in Ruhe ein neues Übernahmeangebot abwarten. Der Kurs scheint auf dem aktuellen Niveau über 17 Euro einen Boden gefunden zu haben. Schließlich sind neben Fresenius auch die anderen genannten Klinikbetreiber noch nicht aus dem Ringen um Rhön-Klinikum ausgeschieden. Deutlich nach unten sollte es erst gehen, wenn über längere Zeit kein neues Angebot kommen sollte – was derzeit eher unwahrscheinlich ist. Ob ein neues Angebot von Fresenius dann wieder bei 22,50 Euro oder etwas darüber oder darunter liegt, wird man sehen. Jedenfalls dürfte der aktuellen Kurs überboten werden. Somit könnte ein spekulativ eingestellter Anleger nun einsteigen und auf ein vergleichbares Übernahmeangebot setzen – derzeit ergäbe das zumindest ein Kurspotenzial von über 25 Prozent. Das sehen auch zahlreiche Analysten so, die jüngst ihre Kursziele angehoben haben. Die Deutsche Bank etwa von 18,50 Euro auf 20,50 Euro oder Berenberg von 20,15 Euro auf 22,50 Euro.


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