Commerzbank überrascht mit ersten Zahlen zum zweiten Quartal, Verkauf der Bank Forum

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Über die Aktie der Commerzbank (WKN 803200) haben wir heute ja schon berichtet. Doch es gab heute noch eine Überraschung seitens der Bank. Im Rahmen der Mitteilung über den Verkauf der Bank Forum an die ukrainische Smart Group äußerte sich die Commerzbank auch zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal bzw. ersten Halbjahr. Eigentlich versteckt man solch wichtigen Informationen nicht im dritten Absatz einer eher zweitrangigen Mitteilung, aber auch dass kann ja Absicht sein.

Insgesamt rechnet die teilstaatliche Großbank für das erste Halbjahr 2012 mit einem operativen Ergebnis von rund 1 Mrd. Euro, davon entfallen rund 450 Mio. Euro auf das zweite Quartal 2012. Im ersten Halbjahr 2011 hatte die Bank noch ein operatives Ergebnis von 1,2 Mrd. Euro bzw. im zweiten Quartal 2011 von 55 Mio. Euro verdient.
Beim Vorsteuerergebnis erwartet die Bank für das erste Halbjahr 2012 rund 900 Mio. Euro, davon rund 350 Mio. Euro im zweiten Quartal 2012. Im ersten Halbjahr 2011 hatte die Commerzbank ein den Aktionären zuzurechnendes Vorsteuerergebnis von 1,2 Mrd. Euro ausgewiesen (Zweites Quartal 2011: 55 Mio. Euro).

Doch zurück zum eigentlichen Grund der Mitteilung, dem Verkauf der ukrainischen Bank Forum. Es geht um einen 96-prozentigen Anteil, dessen Verkauf im zweiten Quartal 2012 zu einer außerordentlichen Belastung in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von rund 86 Mio. Euro führt, die auch im Eigenkapital zu berücksichtigen ist. Bei Abschluss der Transaktion werden die kumulativ angefallenen Währungseffekte in Höhe von heute rund minus 200 Mio. Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Diese belasten das Eigenkapital der Bank nicht zusätzlich, da sie bereits in der Vergangenheit eigenkapitalmindernd in der Währungsrücklage berücksichtigt waren. Insgesamt wird das Vorsteuerergebnis der Commerzbank somit bis zum Abschluss der Transaktion mit rund 286 Mio. Euro belastet. Über die vertraglichen Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Sie steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigungen durch die Aufsichtsbehörden.

Die Transaktion hat durch die damit verbundene Reduzierung der Risikoaktiva keine wesentliche Auswirkung auf die Core-Tier-1-Quote der Commerzbank. Die Core-Tier-1-Quote lag per Ende März 2012 bei 11,3 Prozent. Per Ende Juni 2012 rechnet die Commerzbank mit einer weiter gestärkten Core-Tier-1-Quote von gut 12 Prozent. Auf Basis der ab dem kommenden Jahr geltenden strengeren Kapitalregeln nach Basel 3 erwartet die Commerzbank per 1. Januar 2013 nach wie vor eine Core-Tier-1-Quote von mindestens 10 Prozent. Die aktuellen Zahlen liegen damit über denen der Deutschen Bank (WKN 514000). Die wies vergangene Woche für das zweite Quartal eine Core-Tier-1 von 10,2 Prozent aus.

Die Spannung vor den vollständigen Commerzbank-Zahlen ist damit deutlich gesunken. Die detaillierten Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr 2012 wird die Commerzbank wie geplant am 9. August 2012 veröffentlichen. Dennoch könnte der Kurs der Commerzbank-Aktie nun an Fahrt gewinnen, zumal am Donnerstag die EZB weitere Kauflaun erzeugen könnte.


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