Linde umschifft die Klippen der Euro-Krise

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Die Euro-Krise wirkt sich derzeit unterschiedlich stark auf die deutschen DAX-Konzerne aus. Dabei gehört der Gase- und Anlagenbaukonzern Linde (WKN 648300) noch zu denjenigen Unternehmen, die sich recht gut in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld schlagen können. Die nun bekanntgegebenen Ergebnisse für das erste Halbjahr bestätigten dies.

Dabei konnte Linde die entstandenen Nachfrageschwächen durch ein solides Geschäft mit Gasen und Kosteneinsparungen ausgleichen und somit Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verbuchen sowie die Jahresprognose bestätigen. Insgesamt konnte der Umsatz in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent auf 7,17 Mrd. Euro gesteigert werden. Bereinigt um Währungskurseffekte betrug der Anstieg 2,3 Prozent. Das operative Konzernergebnis verbesserte sich um 6,2 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro. Das Ergebnis nach Steuern kletterte um 5,5 Prozent auf 591 Mio. Euro bzw. 3,45 Euro je Aktie. Damit konnte der Konzern seine Jahresprognose bestätigen, bei der der Konzernumsatz erhöht und das operative Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr verbessert werden soll.

Die mittelfristigen Aussichten macht Linde von der geplanten Übernahme von Lincare abhängig. „Sollten wir die Transaktion wie geplant vollziehen können, werden wir bereits im Geschäftsjahr 2013 ein operatives Konzernergebnis von mindestens 4 Mrd. Euro erwirtschaften – ein Jahr früher als angekündigt“, so der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reitzle. Dabei hat Linde bereits von der zuständigen US-Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) die Genehmigung zur Übernahme von Lincare erhalten. Durch diesen Zukauf möchte Linde seine Marktposition als Healthcare-Anbieter der Gaseindustrie weiter ausbauen und zum weltweiten Marktführer in diesem Bereich aufsteigen. Die von Lincare angebotenen Produkte dienen der Behandlung sowie der Minderung der Beschwerden bei Menschen, die an Ephysemen, Bronchitis oder Asthma erkrankt sind.

Sollte die Lincare-Übernahme zu der Erfüllung der verbesserten mittelfristigen Prognosen führen, könnte auch der zuletzt stagnierende Aktienkurs von Linde etwas Auftrieb erfahren. Dabei ist das Papier für diejenigen Anleger, die an das weitere Wachstum des Unternehmens glauben, mit einem 2012er-KGV von 15 und einer Dividendenrendite von 2,2 Prozent sicherlich nicht überbewertet.


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