Erschreckende Zynga-Zahlen lassen böse Überraschung für Facebook erahnen

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Über die Erfolghaftigkeit von Facebook (WKN A1JWVX) wird ja schon seit dem mehr oder minder mißglückten Börsengang im Mai diskutiert. Mit den heute nach Börsenschluss anstehenden Zahlen könnte der Social Media-Konzern seine Kritiker Lügen Strafen, doch danach sieht es nicht aus. Der Online-Spielehersteller Zynga (WKN A1JMFQ), der fast ausschließlich auf Facebook unterwegs ist, hat am Vorabend errschreckende Quartalszahlen inkl. negativem Ausblick veröffentlicht. Alles in allem also kein gutes Omen für die Facebook-Gemeinde und vor allem Facebook-Aktionäre, die seit Börsengang rund 23 Prozent an Wert verloren haben.

Zunächst ein Blick auf die Zynga-Zahlen: Mit einem Umsatz von 332,5 Mio. US-Dollar lag man zwar deutlich über dem Vorjahreswert von 279,1 Mio. US-Dollar, aber zugleich auch deutlich unter den Analystenerwartungen von 344,1 Mio. US-Dollar.
Beim Ergebnis wurde ein Nettoverlust in Höhe von 22,8 Mio. US-Dollar bzw. 3 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Gewinn von 1,4 Mio. US-Dollar bzw. Break-Even je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EPS sank dabei von 5 Cents auf noch 1 Cent, womit auch die Erwartungen in Höhe von 7 Cents je Aktie klar verfehlt wurden.
Zu allem Überfluss wurde dann auch noch der Ausblick gesenkt. Zynga erwartet für das Gesamtjahr ein EPS zwischen 4 und 9 Cents, während Analysten 27 Cents je Aktie prognostizieren. Der Social-Games-Spezialist begründete den schwachen Ausblick mit Verzögerungen bei der Veröffentlichung neuer Spiele aber auch mit schnelleren Rückgängen bei bestehenden Spielen. Die Facebook-Seite selbst wurde als „schwieriges Umfeld“ bezeichnet. Keine guten Aussichten für ein Unternehmen, das derzeit noch keine (eigene) Alternativplattform im Programm hat.

Doch so schwer es Facebook seinen Partnern macht, so stark dürfte der Konzern auch von den schwachen Zahlen „profitieren“. Die Zynga-Umsätze machten immerhin 15 Prozent des Facebook-Umsatzes im ersten Quartal aus. Analysten erwarten derzeit dass Facebook ein EPS von durchschnittlich 12 Cents erzielt. Die Spanne der Schätzung beträgt 9 bis 29 Cents. Die Umsatzschätzung beläuft sich auf durchschnittlich 1,15 Mrd. US-Dollar. Die Spanne liegt zwischen 1,06 und 1,22 Mrd. US-Dollar. Dies sind jedoch nur die offiziellen Schätzungen. Vor kurzem machte sogar Gerüchte über Verluste bei Facebook die Runde.

Trotz des an sich zukunftsträchtigen Geschäftsmodells von Facebook scheint der Weg ins hochprofitable Online-Geschäft noch immer nicht gegangen zu werden. So stark wie der Zynga-Kurs gestern nachbörslich eingebrochen ist, dürfte also auch der Facebook-Kurs heute leiden. Sollten die Facebook-Zahlen dann jedoch am Abend nicht ganz so stark enttäuschen, könnte der nachbörsliche Einbruch deutlich geringer ausfallen, als normal. Dennoch sieht die Lage bei beiden Aktien alles in allem derzeit unverändert düster aus. Der Abstand zum Allzeittief ist in beiden Fällen gering und ein neuer Test dieser Marken kann nicht ausgeschlossen werden. Für einen Einstieg ist es wohl zu früh. Wenn man sich für Facebook generell interessiert, sollte man jedoch immer nachrichtentechnisch am Ball bleiben, denn diese können schnell heftige Kurssprünge auslösen, wie man nach der Face.com-Übernahme gesehen hat.


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