DAX Charttechnik: Die Angst vor der Griechenpleite (dritter Akt)

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Es ist geschehen. Das Ungeheuer des griechischen Austritts aus der Eurozone hat wieder zugeschlagen. Ein recht kurze Meldung aus dem Bundesfinanzministerium und vom Internationalen Währungsfonds und die Märkte gehen wieder auf Tauchstation.

Die Regierung in Berlin ist nicht bereit weitere Kredite zur Verfügung zu stellen, ja selbst weiterer Aufschub, den sich die griechischen Offiziellen wünschen dürfte in Berlin mittlerweile auf schmerzverzerrte Gesichter treffen. Minister Schäuble wehrte zwar halbherzig ab, dass er der Troika nicht vorgreifen wolle, ließ aber gleichzeitig verlauten, dass Verzögerungen in der Erfüllung der Verträge natürlich von griechischer Seite wieder aufgeholt werden müssen. Und auch an der Tür des Internationalen Währungsfonds dürften demnächst die Tore für griechische Bittsteller geschlossen werden und den Menschen aus Hellas nur die Tür zur Rückzahlungsstelle gezeigt werden. Zu groß die Enttäuschung über den Nicht-Fortschritt bei den zuvor als nötig betrachteten Restrukturierungen des Landes. Zu leicht fällt es dem Sorgenkind scheinbar die Hand hinzuhalten und um eine Spende zu bitten. Es mutet fast an, als ob die Eurogruppe und der IWF wie Mutter und Vater bei ihrem eigen Fleisch und Blut auf die Bremse treten müssen, um den Umgang mit Geld zu lehren.

Der Vergleich mit dem Kind, das sich zwar daran gewöhnt Süßigkeiten vom Taschengeld zu kaufen, aber nicht einschätzen kann, wie viel Aufwand die Eltern dafür betreiben müssen, drängt sich auf. Das Sanierungsprogramm der Griechen habe jetzt einen Fehlbetrag von über zehn Milliarden Euro – 10.000.000.000 – offenbart. Und dabei geht es offensichtlich nur um den Fehlbetrag, den Griechenland hinter den Umbauplänen hinter hinkt. Mama und Papa haben dem Kind quasi gesagt es solle nur halb so viel Geld für Süßes ausgeben, weil sie die Nascherei nicht mehr bezahlen wollen, doch das Kind denkt nicht daran oder schafft es einfach nicht.

Viel schlimmer noch. Um im oben benutzten Bild zu bleiben haben die Eltern das Taschengeld quasi schon mehrere Wochen im Voraus gegeben und das Versprechen bekommen, die Leihgabe vom Ferienjob zurückbezahlt zu bekommen. Allerdings stellt sich heraus, dass das Geld nicht pünktlich wie vereinbart zurückgezahlt werden kann. Ob es daran liegt, dass mehr Süßes gekauft werden soll, oder ob einfach kein Geld mehr da ist um zurück zu zahlen, ist dabei zweitrangig.

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Bei all der negativen Stimmung, die möglicherweise dabei aufkommt, möchten wir aber auf eins hinweisen. Der einzelne Grieche hat keine Missgunst verdient. Letzte Woche waren wir mit der Firma in einem griechischen Restaurant, wo wir noch nie zuvor zum Essen eingekehrt sind. Das Athos in Stephanskirchen gibt es jetzt schon zwei Jahre. Und wissen sie was, die haben ein Essen gezaubert, so gut haben wir noch nie von der griechischen Küche getafelt. Keine Sekunde kam uns der Gedanke die Griechen wären ein faules unwilliges Volk, aber scheinbar ist irgendwo auf dem Weg vom Wahlzettel zur politischen Entscheidung etwas von griechischer Betriebsamkeit abhandengekommen, die wir regelmäßig in Griechenland erlebt haben, wenn wir dort waren.

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf das Marktgeschehen. Von der positiven Stimmung auf dem Parkett ist nicht mehr viel zu spüren. Nun muss sogar in Frage gestellt werden, ob zumindest die Unterstützungszone rund um 6.300 Punkte für etwas Halt sorgen kann. Wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen, aber derzeit sieht es nicht danach aus, als könnte der DAX auf dem Absatz kehrt machen und wieder nach oben klettern. Im DAX-Daytrading hat uns die Verkaufswelle eiskalt erwischt. Das Resultat war der Knock-Out. An solchen Tagen wie heute kann die Börse wirklich bitter sein. Nichtsdestotrotz aufgeben gilt nicht.


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