Sky: Erneuerte Hoffnung auf „schwarze“ Zahlen – Kurs weiter im Abwärtstrend

3

Während der Kursverlauf nach unten zeigt, wird von Sky Deutschland (WKN SKYD00) erneut gute Stimmung verbreitet. Tenor: Schwarze Zahlen direkt voraus! Brian Sullivan, der Chef des im MDAX notierten Bezahlsenders, erklärte in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass es momentan so aussehe, als ob entsprechend der eigenen Prognose das abgelaufene Quartal mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) abgeschlossen worden sei. Damit würden die Gerüchte von vor zwei Wochen erneut bekräftigt. Damals waren bereits schwarze Zahlen beim EBITDA in Aussicht gestellt worden.

Bemerkenswert an diesen Aussichten ist aber zweierlei: Zum einen dürften sich die schwarzen Zahlen nur auf das Quartal erstrecken. Im Gesamtjahr soll das EBITDA weiterhin negativ sein, wenn auch nicht mehr so tiefrot wie im vergangenen Jahr, wie Sullivan erklärte: „Wenn alles nach Plan läuft, wird 2013 das erste Jahr ohne Verlust auf EBITDA-Basis.“ Zum anderen ist von einem Nettogewinn noch lange nicht die Rede. Unter dem Strich schreibt Sky Deutschland wohl weiterhin Verluste. Damit müssen sich Anleger noch weiter gedulden bis auch nur ein Cent für eine Dividendenzahlung zur Verfügung steht.

Ebenfalls interessant waren die Aussagen zur Unternehmensfinanzierung. „Wir stehen von nun an auf unseren eigenen Beinen“, erklärte Sullivan. „Außer den noch ausstehenden Maßnahmen und dem, was wir tun werden, um unser Fremdkapital zu restrukturieren, sehen wir keinen Bedarf für neues Kapital.“ Diese Meldung mag ob der jüngsten Kapitalspritze von Großaktionär Murdoch überraschen, aber dennoch ist sie als positives Signal zu werten.

Für den Aktienkurs bedeuteten die erneuten Gewinnversprechungen eher wenig gutes. Viele Neu-Aktionäre haben den jüngsten Kursgewinn seit der Bundesligaentscheidung für Gewinnmitnahmen genutzt. Sowohl die Meldung vor 14 Tagen, als auch die aktuelle Meldung konnten den Abwärtstrend nicht aufhalten. Erst wenn Sky Deutschland am 14. August tatsächlich einen EBITDA-Gewinn ausweisen kann, dürfte sich das Blatt wieder drehen. Nur ob der Kurs bis dahin noch so deutlich über der 2-Euro-Marke notiert, ist keineswegs ausgemacht. Aktuell befindet sich die Aktie wie gesagt eher im (charttechnischen) Abwärtssog. Und über allem schwebt ja auch noch das Damoklesschwert Bundesliga-Kosten. So positiv der Zuschlag für die Bundesliga-Rechte zu bewerten ist: Der Rekordpreis von 485,7 Mio. Euro, den Sky Deutschland pro Saison zahlen muss, könnte sich eventuell in den kommenden Monaten als zu hoch entpuppen. Dann dürften die Anleger ebenso schnell wieder verschwinden, wie sie mit der Entscheidung im Frühjahr gekommen sind. Daher gilt auch hier die alte Börsenregel: Von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden.


3 KOMMENTARE

  1. Ist ja nun wirklich keine gute Anlage, ich meine wer weiss nicht, dass Sky rote Zahlen schreibt Jahr für Jahr. Die Nutzer des Senders können sich dafür über die Bundesliga freuen. Das Angebote Paket ist ja auch beeindruckend, nur eben nicht rentabel.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here