Deutsche Bank: Was tun, wenn die Gelddruckmaschine streikt? Die Frage stellt sich vielleicht auch die Commerzbank…

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Aufgrund der Euro-Krise und der damit verbundenen Risiken für die Weltwirtschaft, aber auch stärkerer regulatorischer Einschränkungen vergeht den Investoren offensichtlich die Lust auf Übernahmen oder Börsengänge. Daher müssen die großen Finanzinstitute dieser Welt auch weiterhin mit einem schwächelnden Investmentbanking-Geschäft kämpfen. Die Deutsche Bank (WKN 514000) möchte sich nun laut eines Presseberichts mit weiteren Stellenstreichungen auf die veränderte Situation einstellen und dem Beispiel der internationalen Branchenkonkurrenz folgen.

Dabei berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise, dass die beiden neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen in den nächsten Wochen gut 1.000 Stellen abbauen wollten. Jedoch soll dieser Stellenabbau nicht Teil der neuen strategischen Ausrichtung sein, die das Unternehmen im September ankündigen möchte, sondern eher eine taktische Maßnahme sein und keinen grundsätzlichen Wechsel der Strategie bedeuten. Die Deutsche Bank bildet mit dieser Maßnahme allerdings nicht die Ausnahme. „Damit holt die Deutsche Bank das nach, was die internationale Konkurrenz bereits vorgemacht hat. Unter dem früheren Vorstandschef Josef Ackermann war der Konzern bei Personaleinsparungen eher zurückhaltend“, wird die Quelle zitiert.

Neben der Verschlankung der Investmentbanking-Bereiche reagieren die Finanzinstitute mit einer verstärkten Fokussierung auf das klassische Bankgeschäft, um mit den Problemen bei der einstigen Gelddruckmaschine, Investmentbanking fertig zu werden. Deshalb will sich beispielsweise der Wall Street-Riese Goldman Sachs (WKN 920332) verstärkt auf dieses Segment konzentrieren. Jedoch versicherte Vorstandschef Lloyd Blankfein unlängst gegenüber dem „Wall Street Journal“, dass es keine Pläne gebe „Filialen zu errichten, Bankautomaten aufzustellen, Kreditkarten auszugeben oder einen Toaster zu verschenken.“ Dann haben wir ja noch einmal Glück gehabt. Das Interesse soll vielmehr der wohlhabenden Kundschaft gelten.

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Quelle: comdirect

Bei der Deutschen Bank bleibt das Investmentbanking jedoch nicht das einzige Feld, das verstärkter Aufmerksamkeit seitens des neuen Führungsduos bedarf. Die Deutsche Bank hat sich nach Presseberichten in der Libor-Affäre frühzeitig positioniert und versucht nun den finanziellen Schaden, aber auch den Ansehensverlust niedrig zu halten, indem man sich als Kronzeuge anbietet. Wie der „Spiegel“ berichtet hat die Deutsche Bank bereits im Jahr 2011 eine Kronzeugenregelung bei der EU-Kommission beantragt und nun auch erhalten. Immerhin: Die Aktie der Deutschen Bank ist noch eine solide, was ich persönlich derzeit von der Commerzbank nicht unbedingt sagen würde…


3 KOMMENTARE

  1. Die Commerzbank wird wohl noch Jahre brauchen um sich zu erholen. Bei der Deutschen Bank weiss man es nicht so genau ist ne Wundertüte. Mal tauchen Millionen auf dann verschwinden Millionen wieder.

  2. Generell ist die Lage bei den Banken aufgrund der Eurokrise wenig rosig. Hinsichtlich der LIBOR-Manipulation steht nun auch die Deutsche Bank unter Druck. Keine schönen Aussichten in der Tat.

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