Nokia: Nun kommen neue Quartalszahlen – ein Schrecken ohne Ende?

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Beim einstmals stolzen Handy-Hersteller Nokia (WKN 870737) stellt man sich als Anleger die Frage, wann die negativen Nachrichten und der Absturz des Aktienkurses endlich ein Ende finden. Dabei notierte die Aktie zuletzt so schwach wie seit Mitte der neunziger Jahre nicht mehr.

Aufgrund der dürftigen Performance der vergangenen Jahre und dem stetigen Abstieg des früher einmal größten Handy-Herstellers der Welt graut es einem schon fast vor der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal, die für den Donnerstag auf der Agenda steht.

Auf Analystenseite wird im Schnitt von einem Verlust je Aktie von 9 Cent ausgegangen. Im ersten Quartal des Jahres musste Nokia einen Nettoverlust von 929 Mio. Euro bzw. 25 Cent pro Aktie verbuchen. Bereinigt um Einmaleffekte lag das EPS bei minus 8 Cent (Vorjahr: plus 13 Cent). Beim Umsatz ging es in der gleichen Zeit um 29 Prozent auf 7,35 Mrd. Euro nach unten. Nokia selbst warnte bereits im Voraus vor einem unerwartet schwierigen Umfeld.

Dabei durfte sich Nokia bis vor kurzem sogar noch als der weltweit größte Handy-Hersteller bezeichnen. Diesen Titel hat mittlerweile der südkoreanischen Technologiekonzern Samsung (WKN 881823) übernommen. Nokia musste dagegen einen schmerzlichen Schritt vornehmen, der bezeichnend für die Probleme des Unternehmens stehen könnte. Denn der große Hoffnungsträger im Smartphone-Bereich, das Lumia 900 wird nun in den USA für ’n Appel und ’n Ei verscherbelt. Der Preis des gemeinsamen Prestigeobjekts mit Microsoft (WKN 870747) wurde nur drei Monate nach der Einführung halbiert.

Neben den eigenen Schwierigkeiten, sorgte zuletzt auch die Gewinnwarnung des französischen Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent (WKN 873102) dafür, dass auch die Nokia-Aktie in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dabei erwartet Alcatel nach einem Quartalsverlust im ersten Quartal des Jahres, nun auch für das zweite Quartal rote Zahlen. Trotz Kostensenkungen sei laut Unternehmensangaben ein operativer Verlust von 40 Mio. Euro bei einem Umsatz von 3,5 Mrd. angefallen.

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Quelle: comdirect

Bei der Nokia-Aktie heißt es nun seit geraumer Zeit, dass sich ein Einstieg für besonders mutige Anleger lohnen könnte. Einige Faktoren für einen möglichen Kursanstieg sind nicht von der Hand zu weisen. Mit einer günstigen Bewertung wird das Unternehmen immer mehr für Übernahmen attraktiv, denn als weltweit tätiger Konzern, hat Nokia immer noch hervorragende Vertriebskanäle. Außerdem haben die Finnen reichlich Patente vorzuweisen, die bei der wachsenden Zahl der Streitigkeiten über Patente, ein wichtiges Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit der Technologiekonzerne darstellen. Jedoch wurde das Papier schon in den vergangenen Monaten als relativ günstig bezeichnet, wobei wir mittlerweile gesehen haben, dass es immer noch schlimmer kommen kann und der Turnaround immer mehr auf sich warten lässt…


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