Heidelberger Druck: Der Auftragseingang deutet auf Erholung hin

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Wenn Anleger an Heidelberger Druck (WKN 731400) denken, fällt ihnen zunächst der herbe Kursverlust der letzten Jahre und der Abstieg vom MDAX in SDAX ein. Und tatsächlich war die Aktie lange Zeit kein gutes Investment. Von Kursen im Bereich von 45 Euro war zuletzt zur Jahrtausendwende die Rede und einstellige Kurse sind seit der Finanzkrise 2007/08 an der Tagesordnung. Doch seither ist viel passiert. Mit der Insolvenz und der Zerschlagung des Wettbewerbers manroland verabschiedete sich ein wichtiger Wettbewerber vom Markt. Die Sparmaßnahmen inklusive des herben Personalabbaus im Rahmen des Effizienzprogramms FOCUS 2012 taten bei bei Heidelberger Druck selbst ein Übriges. Dennoch standen rote Zahlen auf der Tagesordnung – so auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (1. April 2012 bis 30. Juni 2012). Lichtblick dabei ist jedoch der Auftragseingang, der eine Trendwende zeigen könnte.

Konkret war das erste Quartal wenig erfreulich. Der Umsatz ging von 544 Mio. Euro auf 520 Mio. Euro zurück. Dies wurde vor allem auf die Investitionszurückhaltung der Kunden im Vorfeld der Branchenmesse drupa, die im Mai 2012 stattfand, zurückgeführt. Niedrigere Deckungsbeiträge aufgrund des geringeren Umsatzvolumens im ersten Quartal sowie Messe- und Produktanlaufkosten belasteten dabei wie erwartet das vorläufige Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse, von -25 Mio. Euro auf -58 Mio. Euro zurückging. Soweit die Vergangenheit.

Für die Zukunft sieht es besser aus: Der Auftragseingang stieg im ersten Quartal auf rund 890 Mio. Euro an, den höchsten Wert seit vier Jahren. Im Vorjahreszeitraum hatte der Auftragseingang noch bei 665 Mio. Euro gelegen. Angesichts dieser Zahlen konnte der Vorstand von Heidelberger Druck auch seine Prognosen bestätigen. Die wesentlichen Maßnahmen des Effizienzprogramms FOCUS 2012 hat das Unternehmen noch vor der Messe drupa umgesetzt, so dass bereits im laufenden Geschäftsjahr bis zu ein Drittel der geplanten jährlichen Einsparsumme von 180 Mio. Euro wirksam wird. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern daher unverändert ein deutlich positives Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse.
Im kommenden Geschäftsjahr 2013/14 sollen die Kostensenkungen durch FOCUS 2012 dann voll wirksam werden und zu jährlichen Einsparungen in Höhe von rund 180 Mio. Euro führen. Daher strebt Heidelberger Druck dann unverändert ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse von rund 150 Mio. Euro sowie einen Jahresüberschuss an. Und mit besagtem Jahresüberschuss, den Analysten bei 0,12 Euro je Aktie sehen, wird die Aktie wieder hochinteressant. Auf dem derzeitigen Kursniveau würde die Aktie damit ein KGV von rund 8 aufweisen – nicht superbillig, aber eben auch garnicht teuer.

Vor dem Hintergrund einer weiteren Stabilisierung der Druckmaschinenbranche dürfte also auch Heidelberger Druck die Talsohle erreicht haben – sowohl was die Verluste, als auch was das Kursniveau angeht. Da auch die Verschuldung inzwischen deutlich zurückging, steht geht ein Erfolg beim Effizenzprogramm sofort auch mit einer verbesserten Ergebnislage auf Aktionärsseite einher. Insofern besteht für langfristig orientierte Anleger nun die Chance, erste Positionen aufzubauen. Dies sehen mittlerweile auch immer mehr Analysten so, die nach und nach ihre Einschätzungen überarbeiten.


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