Wochenrückblick KW 28: Euro-Krise vor Gericht und Berichtssaison lassen DAX steigen

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Die vergangene Woche bot für Anleger in deutschen Standardwerten wieder einiges. Der DAX konnte auf Wochensicht mehr als 150 Punkte zulegen – angesichts der eher bescheidenen Rahmenbedingungen eine wahres Feuerwerk. Beginn wir am Montag mit den mehr oder minder überzeugenden Quartalszahlen von Alcoa. Auch wenn die Erwartungen übertroffen wurden: Ein Traumstart in eine Berichtssaison sieht anders aus! Dann folgte am Dienstag das Bundesverfassungsgericht mit seiner Anhörung zu den ESM- und Fiskalpaktgesetzen. Der Markt reagierte: nicht! Ein wenig Ruhe in den Entscheidung tut also manchmal auch gut und führt eben nicht gleich zum Untergang Europas et al. oder wie Roland Tichy es so schön auf den Punkt bringt: „immer sind die Aufklärung, das christliche Abendland und der Friede in Europa in Gefahr, wenn die Griechen zum Grillen die Kohle mal selber mitbringen sollen.“ Doch zurück zu DAX & Co. Neben der heimischen Konjunktur sorgten auch entsprechende Meldungen aus China und den USA für weniger Pessimismus als gedacht. Die erneute Herabstufung Italiens durch die Ratingagentur Moody’s konnte die Stimmung an den Märkten am Freitag dann auch nicht mehr trüben. Von daher blicken wir wohl auch in den kommenden Wochen nicht in den Abgrund eines Sommercrashs…

Der DAX und sein Chart

Für den deutschen Leitindex DAX stehen die Chancen auf weiter steigende Kurse gut, wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben. Nach dem Überschreiten der Marke von 6.500 Punkten, ist der Weg für einen Angriff auf das jüngste Erholungshoch bei 6.642 frei. Darüber eröffnet sich weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 6.900 Punkte. Die positive Ausgangslage trübt sich ein, wenn die massive Unterstützungszone aus 20-Tage-Linie (6.358), dem Tief dieser Woche (6.350) und der 200-Tage-Linie (6.330) nachhaltig unterboten werden sollte. In diesem Fall dürfte zumindest das offene Aufwärtsgap vom 28. Juni bei 6.240 geschlossen werden. Darunter ist das Tief von Ende Juni (6.097) das nächste Ziel.

Einzeltitel aus Deutschland

Bereits zu Wochenbeginn sorgt Metro-Chef Olaf Koch mit seinem Klartext für Unruhe bei seinen Anlegern. Die Metro-Aktie (WKN 725750) ging auf Talfahrt, aber das ist nicht alles was zu sagen ist. Mehr dazu im Artikel METRO: Wenn einer mal in einem Interview die Wahrheit sagt…
Positive Nachrichten gab es indes in dieser Woche von SAP. Europas größter Softwarehersteller hatte im ersten Quartal noch eine deutliche Verbesserung für das zweite Quartal versprochen und nun diesen Worten auch nackte Zahlen folgen lassen. Mehr zu SAP (WKN 716460) und den Rekordzahlen mit Ansage!.
Bei den negativen Meldungen dominiert in der vergangenen Woche sicher die Insolvenz von Centrotherm (WKN A0JMMN). Offenbar gehen in der deutschen Solarwirtschaft wirklich nach und nach die Lichter aus. Wenig überraschend ging es auch bei den im TecDAX verbliebenen Solarwerten nach unten.
Ebenfalls im Blick standen in der vergangenen Woche Sky Deutschland (WKN SKYD00), wo man offenbar endlich in die Gewinnzone gerutscht ist.
Mit Evotec, Gerresheimer, GESCO und SAF-Holland standen vier weitere Nebenwerte bei den Börsenbloggern unter genauer Beobachtung.

Die Börsenblogger haben sich darüberhinaus in der vergangenen Woche mit Nicolai Tietze, Vice President von Global Markets, db-X Financial Products über Derivate, deren Chancen für Kleinanleger und über die aktuell attraktivsten Märkte und Produkte unterhalten. Mehr dazu hier.

Internationale Einzelwerte

International sorgte in der vergangenen Woche vor allem die beginnende US-Berichtssaison für Furore. Neben der eingangs erwähnten „Eröffnung“ durch Alcoa sorgte am Freitag JP Morgan für eine positive, milliardenschwere Überraschung. Selbst das nach unten revidierte Ergebnis des Vorquartals und der doppelt so hohe Schaden aus dem „Wal von London“ konnten ein Kursfeuerwerk bei den Banktiteln nicht verhindern.
Weniger positiv sieht die Lage bei den Chip-Herstellern aus. Der ewige Branchenzweite AMD bleibt im Kampf gegen Intel (vorerst) chancenlos, der ASML-Deal zeigt es… Denn Intel (WKN 855681) möchte in mehreren Schritten 15 Prozent an dem niederländischen Branchenzulieferer ASML (WKN A0M190) übernehmen und somit seine Position noch weiter verstärken sowie die Entwicklungszeiten deutlich verkürzen.
Schließlich gab es in der vergangenen Woche auch Nachrichten von Seiten der IPO-Front. Der amerikanische Kult-Gitarrenbauer Fender strebt an die Wall Street. Interessierten Anlegern werden insgesamt 10,7 Millionen Aktien angeboten. Die Preisspanne liegt bei 13 bis 15 US-Dollar je Aktie. Mehr dazu im Artikel: Mit Fender geht ein Altstar an die Börse – Rock’n’Roll an der Wall Street?
Neben den zahlreichen US-Werten standen auch Werte aus der Nachbarschaft im Fokus. U.a. Strabag (WKN A0M23V). Dem österreichischen Bauriesen reicht es nicht mehr nur zur europäischen Spitzengruppe zu gehören. Vielmehr möchte sich der langjährigen Chef und Hauptaktionär Hans Peter Haselsteiner damit verabschieden, dass er Strabag ganz an die Spitze führt.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Europa und vor allem Deutschland dauert die Veröffentlichung der Quartalsberichte noch etwas an. Dennoch stehen auch in der kommenden Woche einige spannede Zahlen auf der Agenda: Rio Tinto (Dienstag); Ericsson (Mittwoch); Delticom, Nokia, Novartis (Donnerstag); Schlumberger, Vodafone, zooplus (Freitag).
In den USA kommt die Berichtssaison so langsam ins Rollen. Die wichtigsten Quartalszahlen sind dabei u.a. Citigroup (Montag); Coca-Cola, Goldman Sachs, Johnson & Johnson, Intel und Yahoo (Dienstag); American Express, Bank of America, eBay, Honeywell, IBM (Mittwoch); AMD, Google, Morgan Stanley, Microsoft, Verizon (Donnerstag); General Electric, Manpower, Xerox (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Am Montag stehen aus den USA vor allem der Empire State Manufacturing Index (Juli) sowie die Einzelhandelsumsätze (Juni) im Fokus. Am Dienstag sorgen aus Deutschland voraussichtlich die ZEW-Konjunkturerwartungen (Juli) für Furore. Am Abend folgt zudem aus den USA das Beige Book der Fed. Zur Wochenmitte bleibt es ruhig bevor am Donnerstag die US-Frühindikatoren (Juni) sowie der Philly-Fed-Index (Juli) veröffentlicht werden.


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