Nike enttäuscht zur Abwechslung die Analystenerwartungen

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Das hatten sich die Anleger anders vorgestellt. Immerhin konnte der weltweit größte Sportartikelhersteller Nike (WKN 866993) bei den vergangenen 23 Quartalsberichten in 22 Fällen die Analystenerwartungen schlagen. Doch nicht dieses Mal. Auf diese Enttäuschung hin schickten die Anleger den Aktienkurs des Unternehmens weiter nach unten. Denn nach dem Jahreshoch bei 114,76 US-Dollar, hat das Papier nun etwa 15 Prozent an Wert eingebüßt.

Im vierten Geschäftsquartal wurde ein Nettogewinn von 549 Mio. US-Dollar bzw. 1,17 US-Dollar je Aktie verzeichnet. Analysten hatten zuvor allerdings ein EPS von 1,37 US-Dollar erwartet. Beim Umsatz ging es dagegen in der gleichen Zeit um 12 Prozent auf 6,5 Mrd. US-Dollar nach oben. Das Unternehmen machte für den rückläufigen Gewinn verschiedene Belastungen verantwortlich, die wesentlich höher ausgefallen sind als im Vorjahresquartal. Dazu zählen die höheren Belastungen durch Steuern, aber auch höhere Kosten für Rohmaterialien und eine Umstrukturierung in Westeuropa.

Unter dieser Enttäuschung hatte aber nicht nur der Nike-Aktienkurs zu leiden. Vielmehr wurde auch die Aktie des deutschen Sportartikelherstellers und Nike-Konkurrenten adidas (WKN A1EWWW) in Mitleidenschaft gezogen. In einem Gesamtmarkt, der von den Beschlüssen des EU-Gipfels zur Euro-Krise profitieren konnte, war ist das adidas-Papier am Tag nach der Veröffentlichung der Zahlen von Nike der einzige Verlierer im DAX.

Für das gesamte abgelaufene Geschäftsjahr wies Nike mit 4,73 US-Dollar je Aktie ein um 8 Prozent höheres Ergebnis als im Vorjahr aus. Der Konzernumsatz kletterte um 16 Prozent auf 24,1 Mrd. US-Dollar. Auch aufgrund dieser Ergebnisse und den erhofften Gewinne aus der der Fußball-Europameisterschaft sowie der kommenden Olympischen Spiele, dürften sich die Zukunftsaussichten für Nike nicht verschlechtert haben.

Damit die Rentabilität aber wieder ansteigt, will sich Nike von dem britischen Fußballausrüster Umbro und der Marke Cole Haan für sportliche Ledertaschen und –schuhe trennen. Die Konzentration soll vielmehr den Marken Nike, Jordan, Converse und Hurley dienen. In wie fern die Aktie zu ihrem langfristen Aufwärtstrend zurückfinden kann, bleibt aber abzuwarten. Mit dem aktuellen Kursrücksetzer könnte sich eine gute Einstiegschance in einen Wachstumswert ergeben haben, falls es Nike gelingt bei der Rentabilität wieder etwas mehr zu überzeugen.


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