Research In Motion: Hoffnung auf Besserung schwindet immer mehr

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Der BlackBerry-Hersteller Research In Motion (RIM) (WKN 909607) schafft es derzeit einfach nicht auf einen grünen Zweig zu kommen. Bei der Präsentation der Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal musste das Unternehmen mit mehreren schlechten Nachrichten gleichzeitig aufwarten und einen nachbörslichen Wertverlust bei der Aktie von etwa 20 Prozent hinnehmen.

Zum einen wurden die Analystenerwartungen bei den Ergebnissen für das Quartal deutlich verfehlt. Demnach verbuchte RIM einen Umsatz von 2,8 Mrd. US-Dollar und einen Nettoverlust von 518 Mio. US-Dollar bzw. 99 Cents je Aktie. Bereinigt lag der Verlust bei 37 Cents je Aktie. Im vergangenen Jahr standen noch ein Umsatz von 4,9 US-Dollar und ein Nettogewinn von 695 Mio. US-Dollar oder 1,33 US-Dollar zu Buche.

Doch so enttäuschend diese Zahlen auch sein mögen, sie waren nicht die größte Enttäuschung die RIM bereithielt. Aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten gegen die fast übermächtigen Smartphone-Konkurrenten Apple (WKN 865985) Google (WKN A0B7FY) und Samsung (WKN 881823) anzukommen, hat das Management die Streichung von 5.000 Stellen beschlossen, um damit Kosten einsparen zu können. Zur Einordnung: RIM beschäftigte Anfang März insgesamt 16.500 Mitarbeiter.

Allerdings dürfte die Verschiebung der Einführung neuer Geräte mit dem Betriebssystem BlackBerry 10 (BB10) auf nächstes Jahr die Aussichten der Investoren noch mehr eingetrübt haben. Immerhin hatte RIM zuvor sehr große Hoffnungen in das BB10-System gesetzt, das man sehr gerne zum Weihnachtsgeschäft in die Läden gestellt hätte.

Aufgrund der großen Probleme des Unternehmens, werden nun verschieden Szenarien diskutiert, die man niemals bei der einstigen Vorzeigefirma aus Kanada für möglich gehalten hätte. Zum einen gibt es Spekulationen über eine mögliche Partnerschaft mit Microsoft (WKN 870747), ähnlich wie der ebenfalls kriselnde finnische Mobilfunkhersteller Nokia (WKN 870737) eingegangen ist. Dabei würde RIM sein eigenes Betriebssystem aufgeben und Windows auf seinen Smartphones laufen lassen. Jedoch wäre eine solche Partnerschaft, wie der mangelnde Erfolg der Lumia-Geräte von Microsoft und Nokia zeigt, kein Erfolgsgarant.

Die zweite Möglichkeit sieht vor, dass der Konzern in zwei Teile aufgespaltet wird. Demnach könnte RIM die Mobiltelefonproduktion von seinem Messaging-Netzwerk trennen. Hierbei könnte das Unternehmen sein Netzgeschäft an Privatinvestoren oder ein anderes Technologieunternehmen verkaufen, wobei der Käufer das BlackBerry-Netz anderen Anbietern öffnen könnte. Profitieren würden Unternehmen und Regierungseinrichtungen, die das Netz aufgrund seiner Sicherheit schätzen. Jedoch möchte der BlackBerry-Chef Thorsten Heins vorerst noch wenig von diesen Überlegungen wissen und an seiner Strategie eines integrierten Konzerns – mit Handys, eigener Software und einem eigenen Netz – festhalten.


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