Rhön-Klinikum-Übernahme: Hängepartie für Fresenius – oder kommt alles anders? (+Update: Übernahme vorerst gescheitert)

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Die Rhön-Klinikum-Übernahme wird zur Hängepartie für Fresenius (WKN 578560). Es wird über eine Scheitern der Übernahme spekuliert, nachdem überraschend die Asklepios Kliniken GmbH am Mittwoch den Anteilsbesitz von 5,01 Prozent an Rhön Klinikum gemeldet hat. Schaut man sich die Kursentwicklung des im MDAX notierten Klinikbetreibers könnte man zu dem Schluss kommen: Wie gewonnen so zerronnen. Mit einem Kurs von 17 Euro notiert die Aktie von Rhön-Klinikum (WKN 704230) nur noch rund 13 Prozent über dem Kurs vor Bekanntgabe der Übernahmeabsichten und 24 Prozent unter dem angebotenen Übernahmepreis von 22,50 Euro pro Aktie. Die Aussage ist klar: Alles ist offen.

Zu den Fakten: Fresenius hat am Mittwoch noch einmal das Ziel bekräftigt bis zum 27. Juni 24.00 Uhr 90 Prozent plus eine Aktie an Rhön-Klinikum zu halten. Dazu konnte man offenbar am Mittwoch noch 5 Millionen Aktien bzw. 3,6 Prozent der Anteile über die Börse einsammeln. Doch das überraschende Auftauchen des Wettbewerbers Asklepios Kliniken sorgt für Unruhe und vor allem Unsicherheit. Noch immer ist unklar, ob Asklepios Kliniken am Ende tatsächlich ein Gegenangebot abgeben will oder nur den Preis hochtreiben und damit ein gutes Geschäft machen will.

Derweil wird bei Fresenius ausgezählt, wieviele Aktien dem Konzern angedient wurden. Die Übernahme kommt jedenfalls nur bei Überschreiten der Annahmeschwelle von mehr als 90 Prozent zu Stande. Danach wird die Uhr wieder auf Null gestellt. Fresenius-Anleger dürften egal wie die Übernahme ausgeht schadlos davon kommen. Anleger von Rhön-Klinikum sollten dagegen nachdenken: Wenn sie ihre Aktien Fresenius angedient haben und die Übernahme zu stande kommt, erhalten sie die 22,50 Euro je Aktie. Wenn die Übernahme nicht zustande kommt, dürfte der Kurs noch einmal einen Schritt in Richtung des bisherigen Kursniveaus machen. Durch Optionen könnte man sich das aktuellen Kursniveau jedoch sichern. Das Angebot von Asklepios hat jedoch gezeigt, dass Rhön-Klinikum inzwischen ein formidabler Übernahmekandidat ist. Insofern könnte man auf weitere Angebote in naher oder ferner Zukunft setzen. Dies gilt erst recht, wenn man seine Aktien Fresenius nicht angedient hatte. Höhere Kurse bzw. Übernahmeangebot in Richtung des Fresenius-Angebots von 22,50 Euro je Aktie könnten also nach einem gewissen Abstand wieder anstehen.

Update 30.6.2012

Gestern Abend kam dann die Meldung: Fresenius wurden zum Ende der Angebotsfrist lediglich 84,3 Prozent Rhön-Klinikum-Aktien angedient. Die Mindestannahmequote von mehr als 90 Prozent wurde damit nicht erreicht, womit die zweite Vollzugsbedingung des Übernahmeangebotes nicht erfüllt ist. Weiter heißt es: „Das erhebliche Handelsvolumen am letzten Tag der Annahmefrist, ausgelöst durch die Meldung über Anteilsbesitz der Asklepios Kliniken GmbH, hat die Annahme und Abwicklung des Angebots beeinträchtigt.“ Fresenius-Chef Ulf Schneider lässt sich mit den Worten zitieren: „Die große Mehrheit der RHÖN-KLINIKUM-Aktionäre hat unser Angebot angenommen. Daher ist es bedauerlich, dass es blockiert wurde, ohne eine konstruktive Alternative aufzuzeigen. Die unklare Situation führt zu Verunsicherungen, die wir den Patienten, Mitarbeitern, Aktionären und allen übrigen Partnern der RHÖN-KLINIKUM AG gerne erspart hätten. Wir sind weiterhin von den großen Vorteilen eines Zusammenschlusses von RHÖN-KLINIKUM und HELIOS überzeugt und werden unsere Handlungsmöglichkeiten in den kommenden Tagen eingehend prüfen.“

Für Rhön-Klinikum-Aktionäre tritt damit das genannte Szenario ein: Abwarten und auf neue Bieter bzw. neue Angebote hoffen.


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