Salzgitter: Stahl-Geschäft bleibt Spielball der Konjunktur

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Der zweitgrößte deutsche Stahlkocher Salzgitter (WKN 620200) muss nun auch mit der infolge der Euro-Krise verschlechterten Nachfragesituation fertig werden. Dabei ist das Stahl-Geschäft traditionellerweise sehr stark konjunkturabhängig und daher zum größten Teil für die Schwankungen beim Geschäftserfolg von Unternehmen wie Salzgitter verantwortlich.

Schon bei der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse für das Jahr 2011, sah der Konzern eine neuerliche Verschärfung der Schuldenkrise in Europa als das Hauptrisiko für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2012. Aufgrund der jüngsten Ereignisse in den europäischen Krisenländern Griechenland, Spanien oder Italien ist eine Verschärfung der Euro-Krise und damit auch der Konjunkturaussichten eingetreten.

Salzgitter reagiert auf diese Verschärfung der Krise mit einem pessimistischeren Ausblick für sein Stahl-Geschäft. Laut der neuen Prognose, werde der Bereich Stahl im laufenden Jahr rote Zahlen schreiben. Bisher hielt Salzgitter in diesem Bereich, trotz der europäischen Probleme, noch ein knapp positives Ergebnis vor Steuern für möglich. Dabei haben laut Unternehmensangaben viele Stahlverarbeiter und lagerhaltende Stahlhändler aufgrund der Euro-Krise eine abwartende Haltung eingenommen, was sich spürbar auf die Walzstahlnachfrage ausgewirkt hat.

An der Jahresprognose für den gesamten Konzern hält Salzgitter aber noch fest. Vor Steuern soll ein Gewinn im unteren bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielt werden. Den Umsatz will das Unternehmen mindestens stabil halten. Im Jahr 2011 lag der Vorsteuergewinn bei 202 Mio. Euro. Der Konzern-Nettogewinn profitierte von einem positiven Steuereffekt aus der Neuordnung der Konzernstruktur und betrug 236 Mio. Euro. Der Umsatz lag bei 9,8 Mrd. Euro.

Die Gewinnwarnung für das Stahl-Geschäft von Salzgitter sorgte bei der Aktie des Unternehmens für einen neuerlichen Kursrutsch. Damit hat das Papier seit seinem Jahreshoch bei 48,95 Euro deutlich mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt. Eine Erholung des Aktienkurses dürfte vor allem vom weiteren Verlauf der Euro-Krise und der damit verbundenen Konjunkturerwartungen abhängen.


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