Commerzbank will Risiken weiter reduzieren

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Die Commerzbank (WKN 803200) steigt überraschenderweise komplett aus dem Geschäft für die Gewerbliche Immobilienfinanzierung und Schiffsfinanzierung aus. Damit kommt nun weiterer Schwung in den Konzernumbau des kriselnden Finanzinstituts.

Dabei sollte zuvor ein kleiner gesunder Rest der Eurohypo, zusammen mit einem abgespeckten Schiffsfinanzierungs-Geschäft im neuen Segment Real Estate and Ship Finance (RES) zusammengeführt werden. Dieses sollte unter der Leitung von Jochen Klösges sogar zum Kerngeschäft erklärt werden.

Nun kommt es allerdings aufgrund der weiterhin unsicheren Situation an den Finanzmärkten, der Verschärfung der Staatsschuldenkrise sowie der zunehmenden regulatorischen Belastungen anders als gedacht. Hierbei geht es der Commerzbank vor allem darum die großen Schwankungsbreiten, die im Geschäft mit Gewerbeimmobilien- und Schiffsfinanzierungen auftreten können, zu vermeiden. Genauso würde die hohe Kapitalbindung die steigenden Liquiditätsanforderungen unter Basel III erschweren.

„Dies alles macht das Geschäftsmodell der gewerblichen Immobilienfinanzierung und der Schiffsfinanzierung für uns nicht mehr attraktiv. Ein rasches Ende der Eurokrise ist nicht absehbar. Daher müssen wir die Risiken weiter konsequent reduzieren und uns auf das Geschäft konzentrieren, das nachhaltig profitabel ist“, so erklärte Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Trotz dieser Entscheidung wird die Commerzbank im Privat- und Firmenkundengeschäft Immobilienfinanzierungen anbieten. Dort hat gerade das Geschäft mit Baufinanzierungen jüngst eine positive Entwicklung durchgemacht. Das niedrige Zinsniveau und das Bedürfnis der Menschen nach sicheren Anlagen haben dazu geführt, dass die Deutschen immer mehr eigene Häuser oder zumindest eine Eigentumswohnung bauen bzw. kaufen möchten.

Die ersten Reaktionen auf die Ankündigung der Commerzbank, das Geschäft für die Gewerbliche Immobilienfinanzierung und Schiffsfinanzierung zu streichen, waren durchaus positiv. Allerdings dürfte erst eine deutliche Entspannung in Sachen Euro-Krise für eine nachhaltige Erholung beim Aktienkurs des teilverstaatlichten Finanzinstituts sorgen. Dabei bietet sich risikofreudigen Investoren immer noch eine interessante Einstiegsgelegenheit. Denn mit einem 2012er-KGV von 5,5 ist die Commerzbank-Aktie, wie auch die Papiere im gesamten Bankensektor relativ günstig bewertet.


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