Infineon: Euro-Krise vermiest nun auch dem Hightech-Liebling die Stimmung

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Da hat sich der Chiphersteller Infineon (WKN 623100) so lange abgemüht endlich schwarze Zahlen schreiben zu können und nun sorgt die Euro-Krise für eine Stimmungseintrübung. Dabei sah die Welt von Infineon bei der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal 2011/12 wesentlich rosiger aus, als Infineon sogar die Analystenerwartungen deutlich übertreffen konnte.

Nachdem der Quartalsumsatz im Vergleich zum Vorquartal um 4 Prozent auf 986 Mio. Euro kletterte und der Gewinn sogar um 16 Prozent auf 111 Mio. Euro geschraubt werden konnte, rang man sich beim Management im Überschwang der Gefühle sogar dazu durch, die Prognose für das laufende Geschäftsjahr (bis zum 30. September) leicht anzuheben. Dabei liefen im zweiten Quartal vor allem die Geschäfte mit Halbleitern für Autos sowie für Bezahlkarten und elektronische Ausweise gut und sorgten für das überraschend starke Ergebnis.

Zu diesem Zeitpunkt blickte Infineon noch wesentlich optimistischer in die Zukunft, da auch der US-Chiphersteller Texas Instruments (WKN 852654) bei seinen vorgelegten Zahlen eine Entspannung der Nachfragesituation in Aussicht gestellt hatte. Somit sollten sich die schwierigen konjunkturellen Bedingungen weniger belastend auf die gesamte Halbleiterbranche auswirken als gedacht.

Nun senkte Infineon den Ausblick für Umsatz und Ergebnis des dritten und vierten Quartals des Geschäftsjahres 2012. Für das laufende Quartal rechnet Infineon mit einem im Vergleich zum Vorquartal leicht rückläufigen Umsatz und einer Gesamtsegmentergebnis-Marge von rund 12 Prozent. Dabei sorgten vor allem die gegenwärtigen Unwägbarkeiten der Weltkonjunktur für eine unter den Erwartungen liegende Geschäftsentwicklung. Im vierten Quartal sollen sich der Umsatz und die Gesamtergebnismarge auf dem Niveau des dritten Quartals bewegen.

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Quelle: comdirect

Die Gewinnwarnung sorgte dafür, dass der Kurs der Infineon-Aktie am Tag der Nachricht innerhalb weniger Stunden um etwa 12 Prozent nachgab. Insgesamt hat der Titel nun etwas mehr als ein Drittel im Vergleich zu seinem Jahreshoch knapp unter der Marke von 8 Euro verloren. Ich sage: „Buy on bad news…“


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