Börsengang von Rheinmetall-Tochter KSPG nicht mehr vor der Sommerpause

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Und wieder wurde ein großer Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben: Der im MDAX notierte Technologiekonzern Rheinmetall (WKN: 703000) wollte eigentlich sein Automotive-Geschäft separat an die Börse bringen. Als Grund hierfür wurden volatile Kapitalmärkte und anhaltende Unsicherheiten in der Eurozone genannt, die insgesamt zu einem ungünstigen Umfeld führen würden.

Eigentlich sollte die Rheinmetall-Tochter KSPG AG (früher unter dem Namen Kolbenschmidt-Pierburg bekannt) noch im ersten Halbjahr 2012 auf das Frankfurter Parkett gebracht werden. Nun will man den Börsengang zumindest nicht mehr vor der Sommerpause durchführen. In der Pressemitteilung dazu heißt es: „Die Entwicklung der Kapitalmärkte sowie die wirtschaftliche und politische Situation in der Eurozone haben sich in den vergangenen Wochen nicht in dem Maße stabilisiert, um günstige Voraussetzungen für einen Börsengang zu bieten.“ Dennoch hält man bei Rheinmetall einen Börsengang von KSPG als Option weiter für möglich, den man zu gegebener Zeit erneut prüfen will. Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt erkläre dazu: „Wir sind unvermindert vom positiven Wachstumspotenzial und der bedeutenden Rolle der KSPG als internationaler Automobilzulieferer überzeugt. Die Ergebnisse von KSPG sprechen für sich. Wir stehen daher unter keinem Zeitdruck.“

Der Automobilzulieferer KSPG aus Neckarsulm gliedert sich in die drei Divisionen Mechatronics, Hardparts sowie Motor Service auf. Im Geschäftsjahr 2011 erhöhte das Unternehmen seinen Umsatz um 17 Prozent auf 2,31 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte dabei sogar um 84 Prozent auf 151 Mio. Euro gesteigert werden. Der positive Trend des Gesamtjahrs 2011 hatte sich auch im ersten Quartal 2012 fortgesetzt: Mit einem Anstieg um 9 Prozent auf 638 Mio. Euro wies KSPG ein neues Allzeithoch beim Umsatz in den einem ersten Quartal aus. Auch das Betriebsergebnis EBIT markierte im ersten Quartal 2012 mit einer Steigerung von über 15 Prozent auf 46 Mio. Euro einen neuen Bestwert.

Generell sind die Aussichten für einen weiteren Automobilzulieferer auf dem Kurszettel also nicht schlecht. Sollte das Marktumfeld wieder nachhaltig aufhellen, steht mit KSPG auf jedenfall ein interessanter Börsenkandidat in den Startlöchern. Bis dahin muss man sich aber nicht unbedingt zurückhalten, denn Rheinmetall ist ja nach wie vor börsennotiert. Allerdings legt man sich hier eben auch das von vielen abgelehnte Rüstungsgeschäft mit ins Depot. Im Geschäftsjahr 2011 fielen dabei umsatzseitig 2,14 Mrd. Euro, von insgesamt 4,45 Mrd. Euro, auf den Geschäftsbereich Defense. Beim EBIT wiederum entfielen von insgesamt 354 Mio. Euro rund 223 Mio. Euro auf das Rüstungsgeschäft. Durch einen vollständigen Börsengang von KSPG würde also Rheinmetall rund 52 Prozent seines Umsatzes, aber nur 37 Prozent seines EBIT verlieren. Dies wäre aber erst nach einer Weile der Fall gewesen, denn Rheinmetall wollte sich zu Beginn nur teilweise von seinen KSPG-Anteilen trennen.

Bei der Aktie von Rheinmetall wiederum sorgt die Absage des KSPG-Börsengangs für wenig Begeisterung. Dennoch sollte man sich die Aktie angesichts eines KGV von unter 7 und einer Dividendenrendite von derzeit 4,9 Prozent mal genauer ansehen.


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