Zurich Insurance Group: Neuer Name ist Programm

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Bildquelle: Pressefoto Zurich Insurance Group

Zurich Financial Services Group oder kurz ZFS war einmal. Nun möchte der größte Versicherungskonzern der Schweiz und einer der weltweit größten Erstversicherer, mit Zurich Insurance Group (WKN 579919) einen Namen tragen, der ausdrückt, womit die Schweizer hauptsächlich ihr Geld verdienen. Dabei hat sich der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren immer mehr in Richtung Versicherungsgeschäft entwickelt, was letztlich zu der Namensänderung geführt hat.

Dass die Zurich Insurance Group auch tatsächlich etwas vom Versicherungsgeschäft versteht, konnten die Schweizer anhand der letztjährigen Geschäftsergebnisse zeigen. Dabei schaffte es der Konzern wesentlich besser mit der ungewöhnlich großen Zahl an Naturkatastrophen fertig zu werden als die Konkurrenz. Trotz der Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie der Überschwemmungen in Thailand, konnte der den Aktionären zurechenbare Reingewinn im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10 Prozent auf 3,77 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Dagegen fiel der Business Operating Profit (BOP), auch aufgrund der hohen Zahl an großen Naturkatastrophen, um 12,5 Prozent auf 4,87 Mrd. US-Dollar.

Da die Belastung aus Naturkatastrophen im ersten Quartal diese Jahres wesentlich geringer war als ein Jahr zuvor, konnte die Zurich Insurance Group einen guten Start in das neue Jahr verbuchen. Dabei wurde ein den Aktionären zurechenbarer Reingewinn nach Steuern von 1,14 Mrd. US-Dollar erzielt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 640 Mio. US-Dollar. Der Business Operating Profit (BOP) kletterte um 61 Prozent auf 1,38 Mrd. US-Dollar.

Schlechte Nachrichten gab es dagegen für die Aktie der Zurich Insurance Group durch eine gesenkte Dividendenerwartung für das kommende Jahr. Demnach wird in einer Studie von JP Morgan zum europäischen Versicherungssektor davon ausgegangen, dass sich das niedrige Zinsniveau negativ auf die Solvenz der Zurich Insurance Group auswirken könnte. Sollten beispielsweise die Renditen deutscher Staatsanleihen noch weiter sinken, würde der Versicherer Gegenmaßnahmen ergreifen. Als Konsequenz dieser Gegenmaßnahmen würde die Dividende laut Studienergebnissen von 17 Schweizer Franken auf 14 Schweizer Franken sinken.

Trotzdem ist die Aktie des Versicherers mit einem 2012er-KGV von 7,6 und einer Dividendenrendite von 8,3 Prozent nicht gerade überbewertet. Auch bei einer möglichen Dividendenkürzung auf 14 Schweizer Franken, läge die Dividendenrendite immerhin bei 6,8 Prozent. Wesentlich schwerer dürften dagegen die Sorgen vor einer Verschärfung der Euro-Krise wiegen, bei dem ein möglicher Euroaustritt Griechenlands für unvorhersehbare Risiken sorgen könnte.

Bildquelle: Pressefoto Zurich Insurance Group


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