SNB swappt mit Polens Zentralbank – Interbankenmarkt in Polen unter Druck?

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Bildquelle: Pressefoto Schweizerische Nationalbank

In der Schweiz ist man immer auf der Suche nach Verbündeten, denn an einem Mindestkurs von 1,20 Schweizer Franken pro Euro kann sich auch ein Schweizerische Nationalbank (SNB) auf Dauer leicht mal verheben. Erst recht, wenn auch die heimischen Großbanken angesichts der Eigenkapitalforderungen der SNB unter Beschuss stehen. Am Morgen kündigte die SNB jedenfalls ein Swap-Abkommen mit der polnischen Zentralbank an. Doch Profiteur sind weniger die heimischen Institute, als vielmehr die polnischen Banken.

In der recht kurzen Pressemitteilung heißt es:

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die polnische Zentralbank (Narodowy Bank Polski, NBP) haben ein Schweizer-Franken/Zloty-Swap-Abkommen abgeschlossen. Im Falle von Anspannungen auf dem Schweizerfranken-Interbankenmarkt ermöglicht diese Fazilität der NBP, Banken in Polen Liquidität in Schweizerfranken zur Verfügung zu stellen. Jegliche Swap-Transaktion bedarf der vorgängigen Zustimmung durch die SNB. Die Laufzeit der Swaps beträgt eine Woche. Die beiden Zentralbanken gehen davon aus, dass diese vorsorglich getroffene Massnahme nicht in Anspruch genommen werden muss.

Offenbar sorgt die Euro-Krise nun auch in Polen für Probleme. Der polnische Bankensektor mit dem Marktführer PKO Bank Polski leidet trotz Zloty unter den Verwerfungen in der größten Währungszone in der Nachbarschaft. Viele kleine Banken sind nur Tochterunternehmen von Euro-Banken und zudem ist der Zloty mehr oder minder offiziell an den Euro gekoppelt. Schließlich wollen die Polen langfristig in den Wechselkursmechanismus II und dann in den Euro selbst.

Bildquelle: Pressefoto Schweizerische Nationalbank


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