Wochenrückblick KW 24: Euro-Krise wohin man schaut, Warten auf Griechenland-Wahl

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Der Blick richtete sich in dieser Woche auf die Euro-Krise und hier vor allem auf die Griechenland-Wahl am Sonntag. Markttechnisch passierte im Vorfeld recht wenig. Selbst der dreifache Hexensabbat heute verlief ruhiger als sonst. Gespannt richtet sich der Blick auf das Votum der Hellenen am Sonntag und die möglichen Folgen. Von Grexit (Griechenland verlässt den Euro) über Aufrechterhaltung des Status Quo bis zu einer Neuverhandlung der EU-Hilfen ist alles denkbar. Die (deutschen) Aktienmärkte dürften aber wohl so oder so entspannt auf das Ergebnis reagieren. Denn ab Montag herrscht wieder deutlich mehr Klarheit, wie es weitergeht. Ein Ende des Euro wird zwar immer öfter diskutiert. Hier stehen sich jedoch die politische und weite Teile der ökonomischen Welt diametral gegenüber. Ein Nachgeben der politischen Seite zu Ungunsten des Euro ist meines Erachtungs aber undenkbar. Aber ich kann mich irren. Schließlich hat die Kanzlerin in dieser Woche auch von der Begrenztheit der deutschen Tragfähigkeit gesprochen.
In Spanien macht man sich derweil weiterhin Sorgen um seine Banken und selbst die deutschen Töchter spanischer Banken sind auf der Hut, wie dieser Beitrag über die Verwendung von „falschen“ Bildern in den Medien zeigt.
In der Schweiz kämpft man derweil für die Stabilität des Frankens. Die SNB will weiterhin den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro um jeden Preis verteidigen.
Goldfinger wiederum sieht das Ganze Euro-Thema deutlich pessimistischer, wie Post „Europas Tragödie, Teil XIX oder „ich kaufe ein Z(ypern), ein I(talien) und möchte lösen – PIGSIZ“…“ zeigt.

Der DAX und sein Chart

Beim deutschen Leitindex DAX waren in der vergangenen Woche hohe Schwankungen an der Tagesordnung. Unter dem Strich ist in den letzten Tagen jedoch wenig passiert. Die 200-Tage-Linie erwies sich dabei als unüberwindbare Hürde. Dazu heißt es in unserem Ausblick DAX:

Die unverändert angespannte Lage hellt sich erst mit einem Ausbruch über das Erholungshoch dieser Woche bei 6.288 deutlich auf. In diesem Fall eröffnet sich zunächst weiteres Aufwärtspotenzial bis in den Bereich um 6.400 Punkte. Wird dagegen das Tief dieser Woche bei 6.078 unterschritten, ist ein Test des jüngsten Korrekturtiefs bei 5.914 sehr wahrscheinlich.

Einzeltitel aus Deutschland

Für die deutschen Blue Chips war es eine ruhiger Woche. Nennenswerte Nachrichten gab es kaum. Eine Rede sorgte jedoch für Gesprächsstoff. Der neue Deutsche Bank Co-Chef Anshu Jain sprach erstmalig in seiner neuen Funktion beim Wirtschaftstag in Berlin und versuchte beim Mittelstand zu punkten – mit einem gewissen Erfolg, wie der entsprechende Beitrag mit Redeausschnitten und Reaktionen darauf zeigt.

Darüberhinaus gab es in der vergangenen Woche mit Kabel Deutschland (WKN KD8888) und Gerry Weber (WKN 330410) zwei interessante Quartalszahlen. Schlechte Nachrichten gab es indes erneut aus der Solarbranche. Finanzierungsprobleme bei Centrotherm ließen die Aktie (WKN A0JMMN) einbrechen und brachte zugleich den gesamten Sektor unter Druck. Um deutsche Solaraktien sollte man wohl einmal mehr einen Bogen machen. Alternativen gibt es ja…

Internationale Einzelwerte

Bei unserem Blick auf die südlichen Nachbarn fiel der Blick in dieser Woche auf Roche in der Schweiz und EVN in Österreich. Der Pharmakonzern leidet derzeit unter dem Kurs des Schweizer Franken. Außerdem scheiterte jüngst die Illumina-Übernahme. Dennoch ist Optimismus für die Aktie von Roche (WKN 851311) angesagt:

Trotz der gescheiterten Illumina-Übernahme, spricht einiges für das Unternehmen. Denn im Vergleich zu den anderen Pharma-Riesen laufen bei Roche relativ wenige gewinnbringende Patente in den kommenden Jahren aus. Daneben ist die Aktie des Unternehmens (Inhaber-Aktie nicht Genussschein) mit einem 2012er KGV von 11,9 und einer Dividendenrendite von 4,5 attraktiv bewertet.

Beim österreichischen Energie- und Umweltdienstleister EVN (WKN 878279) könnte die Energiewende angesichts zahlreicher Neuinvestitionen eine große Rolle spielen:

Wer davon überzeugt ist, dass EVN in Sachen Energiewende mitmischen wird, bekommt derzeit eine relativ günstige Einstiegsgelegenheit bei der Aktie des Unternehmens, da das Papier innerhalb eines Jahres etwa ein Viertel an Wert verloren hat. Dabei dürfte das 2012er-KGV von 8,2 und die Dividendenrendite von 4,6 Prozent nicht zu verachten sein. Außer bei den Erneuerbaren Energien bieten sich dem Unternehmen in Süd- und Osteuropa weitere Wachstumschancen, da man sich dort seit einiger Zeit auf Expansionskurs befindet.

International stand für die Börsenblogger in dieser Woche neben Facebook Flop-IPO die Kaffeehauskete Starbucks im Blick. Dort sorgt der Kapsel-Angriff auf Nestlé und dessen erfolgreiche Werbekampagnen mit George Clooney für Furore rund um die Bohne. Für die Starbucks-Aktie (WKN 884437) muss dies aber kein Nachteil sein:

Zwar ist die Starbucks-Aktie aufgrund des Kursanstiegs der letzten Jahre mit einem 2012er-KGV von 29 und einer Dividendenrendite von 1,3 Prozent nicht gerade günstig bewertet, doch der langfristige Aufwärtstrend könnte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen können (siehe Chart). Außerdem erlebte das Papier seit April eine kleine Korrektur, womit sich eine neuerliche Einstiegschance ergeben hat.

Ein Highlight der Woche war indes die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC. Diese blieb zwar ohne die ganz große Überraschung, aber brachte eine deutliche Abgrenzung zu Google zu Tage.

Zum Schluss noch ein Blick auf das langjährige Lieblingsinvestment: die BRIC-Staaten. Dort ist längst nicht mehr alles so rosa rot…

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In der neuen Woche dominieren in Deutschland erneut die Hauptversammlungen. Am Montag machen Hawesko und MBB Industries den Anfang. Am Dienstag folgen mit Bechtle, Manz, Masterflex und Singulus einige Technologiewerte. Am Mittwoch schließlich tagen die Aktionäre von Brenntag und SÜSS MicroTec, bevor am Donnerstag die Inhaber von TecDAX-Aufsteiger CANCOM sowie Deutsche EuroShop und Ströer tagen. Zum Wochenschluss versammeln sich zudem die Anteilseigner von Funkwerk und Tipp24 zur jährlichen HV.
Quartalszahlen kommen derweil in der kommenden Woche aus den USA. Am Dienstag sorgen die Bilanzen von Adobe, Carnival, Barnes & Noble und FedEx für Furore. Am Mittwoch geht es mit den Zahlen von Bed Bath & Beyond und Micron weiter. Am Donnerstag richtet sich der Blick auf den Brauriesen Anheuser-Busch InBev, auf ConAgra, Rite Aid und den SAP-Wettbewerber Oracle. Zum Wochenschluss kommen mit den Repsol-Zahlen auch interessante europäische Quartalszahlen aufs Tablett.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Konjunkturseitig richtet sich der Blick zunächst am Montag auf den Ausgang der Griechenlandwahl und mögliche Folgen daraus. Am Dienstag folgen dann aber mit den ZEW-Konjunkturerwartungen (Juni) ein klassischer Kursbeweger, schließlich wird mit einer Eintrübung der Erwartungen gerechnet. Mit der Fed-Sitzung am Mittwoch steht ein weiteres Highlight auf dem Kalender der nächsten Woche. Zwar dürften die Leitzinsen weiter unverändert bleiben, aber das Thema QE3 könnte wieder mehr in den Fokus rücken. Am Donnerstag stehen aus den USA dann der Philly Fed Index (Juni) und die Frühindikatoren (Mai) auf der Agenda – ebenfalls Kursbeweger. Zum Wochenschluss am Freitag wird der Blick nach München zum ifo-Institut gerichtet sein. Dort wird das ifo Geschäftsklima für Juni veröffentlicht. Auch hier sind Überraschungen möglich, nachdem zuletzt der Index auf 106,9 Zähler sank, wird nun ein Rückgang auf 105,8 Punkte erwartet.


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