Licht aus bei den Solarwerten: Centrotherm Aktie geht unter und sorgt für weiteres Stimmungstief in der Branche

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Noch ist Centrotherm Photovoltaics (WKN A0JMMN) im TecDAX vertreten und damit auch in der Lage selbigen ordentlich nach unten zu ziehen. Heute sorgte ein zwischenzeitlicher Kurssturz von mehr 30 Prozent dafür, dass auch andere Solarwerte und der TecDAX unter Druck gerieten. SolarWorld (WKN 510840) verlor im Zuge dieser Schwierigkeiten ebenfalls deutlich an Wert. Für den Solarmodulbauer ging es um etwa 10 Prozent nach unten. Der andere noch verbliebene Solarwert im Index SMA Solar, konnte entgegen diesem Trend zulegen, da das Unternehmen gestern seine Jahresprognose bestätigen konnte.

Zuvor musste der einstige Börsenstar Centrotherm einräumen, dass er massive Finanzprobleme hat. Nach Unternehmensaussagen weigerten sich Warenkreditversicherer aufgrund der anhaltend schlechten Marktlage und der daraus resultierenden angespannten Finanzsituation Lieferungen an das Unternehmen weiter zu versichern. Wie es weiter heißt, könnten offene Kredit- und Avallinien bis auf weiteres nicht mehr genutzt werden.

Besonders hart trifft Centrotherm die Tatsache, dass die Solarbranche weiterhin schwächelt und den Kunden das Geld ausgeht und diese aufgrund des Preisverfalls und der damit verbundenen negativen Folgen für deren Geschäftserfolg reihenweise ihre Nachfrage zurückschrauben müssen oder sogar Pleite gehen.

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Quelle: comdirect

Somit schreibt Centrotherm mit den Finanzproblemen und dem Abstieg aus dem TecDAX ein weiteres Kapitel bei der deutschen Pleitewelle der einstmals boomenden Solarbranche. Dabei mussten bereits die Branchenkollegen Solon, Phoenix Solar, Conergy und Q-Cells aufgrund von Kurseinbrüchen und Insolvenzen aus dem TecDAX ausscheiden.

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Quelle: comdirect

Neben den Problemen, die die deutsche Solarbranche schon hat, dürften die Unternehmen dieses Sektors wenig begeistert darüber sein, dass die großen Energieversorger E.ON und RWE vor dem Verfassungsgericht womöglich 15 Mrd. Euro als Entschädigung für den schnellen Atomausstieg erstreiten könnten. Nach den rückläufigen Förderungsmaßnahmen durch den Staat, einem Preisverfall wäre dies die nächste Hiobsbotschaft für eine schon am Boden liegende Branche.


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