Market Preview: Das Warten auf Griechenland geht weiter

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Vorbörslich zeigt sich der DAX kaum verändert. Allerdings steigt allmählich die Spannung vor den Griechenland-Wahlen, nach denen wir in Sachen Eurokrise um einiges schlauer sein dürften. Bis dahin könnten viele Investoren versucht sein abzuwarten.

Bei der Citi wird heute Morgen der Frage nachgegangen, wohin die Reise für den DAX geht. HSBC konstatiert für den Index, dass er sich aktuell zwar schwach zeigt, aber durchaus ehrgeizig ist. Für den heutigen Handel erwartet man bei X-markets eine seitwärts/abwärts-Tendenz.

Wichtige Termine heute:

Kabel Deutschland Jahreszahlen
Deutsche Beteiligung Q2-Zahlen
Gerry Weber Halbjahreszahlen
Carphone Warehouse Jahreszahlen
Euroland Verbraucherpreise Mai, 11:00 Uhr
Euroland Arbeitskostenindex Q1, 11:00 Uhr
USA Verbraucherpreise Mai, 14:30 Uhr
USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche, 14:30 Uhr
USA Leistungsbilanzsaldo Q1, 14:30 Uhr


1 KOMMENTAR

  1. Werden wir nach den Griechenland-Wahlen tatsächlich in Sachen Eurokrise um einiges schlauer sein ?

    Die Prognose für Griechenland vor der (Neu-)Wahl ist gleich nach der (Neu-)Wahl. Es wird keine Mehrheit für die Parteien geben, die angeben, im Euro-Währungsverbund bleiben zu wollen. Und es wird aller Voraussicht nach auch keine Mehrheit für die extremen Parteien geben, die den Austritt aus dem Euro propagieren oder eine Aktion starten wollen, die Vereinbarungen bzw. Auflagen gegenüber der Troika, also Europäische Kommission (griechisch: Ευρωπαϊκή Επιτροπή oder kurz Κομισιόν) – Europäische Zentralbank (EZB, griechisch: Ευρωπαϊκή Κεντρική Τράπεζα / ΕΚΤ) – Internationaler Währungsfonds (IWF, griechisch: Διεθνές Νομισματικό Ταμείο / ΔΝΤ) erfüllen zu wollen.

    Das ist das politische Hauptproblem: in Griechenland können überhaupt keine tragfähigen Entscheidungen mehr beschlossen werden. Dies spiegelt zugleich die verfahrene Lage in Griechenland wieder. Griechenland möchte gerne die Vorteile des Euro nutzen und auf Augenhöhe der Euro-Staatengemeinschaft sein, kann allerdings die damit verbundenen Voraussetzungen nicht erfüllen. Darin liegt die schier unlösbare Tragik. Insoweit erzwingt Griechenland nahezu einen Austrittsbeschluss durch die Staatengemeinschaft.

    Die Randerscheinungen, der Liquiditätsverlust, das Abräumen der Bar-Guthaben auf den Konten, die Energiekrise in Griechenland, die Rezession der Wirtschaft, die Verarmung, usw. sind insoweit Folgeerscheinungen.

    Selbstverständlich lähmt dies auch die Märkte, die Analysen im Bereich der Stocks sind kaum noch möglich, Finanzplanungen im Euro-Raum werden erschwert, Börsengänge von Unternehmen werden verschoben. Die Analysen der o. g. Banken mit der Frage, wohin die Reise des Dax geht, sind eher akademischer Natur. Wenn diese Analysten ehrlich wären, würden sie sich mit Prognosen zurückhalten.

    Tatsache ist: wir stagnieren, mal mit leichter Tendenz der Entspannung, mal mit Seitwärtstrend und dann wieder mit Korrekturen, also abwärts. Das wird aufgrund der systemischen Fehler im Euro-Währungsverbund leider wohl auch so bleiben.
    Sandro Valecchi, Analyst

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