Starbucks: Der Kapsel-Angriff aus Bergisch-Gladbach auf Nestlé und seinen charmanten George

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Die US-Kaffeehauskette Starbucks (WKN 884437) konnte im vergangenen Geschäftsjahr neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn vorweisen, aber auch im ersten Quartal dieses Jahres wurden deutliche Zuwächse bei beiden Kennzahlen im Vergleich zu Vorjahr verbucht. In Folge dieser guten Entwicklung konnte der Aktienkurs von Starbucks innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent zulegen. Nun kommt das „Aber“ bei dieser Story…

Das Bild wird dadurch eingetrübt, dass Starbucks immer noch zu sehr von dem heimischen US-Markt abhängig ist und dass vor allem das Europa-Geschäft schwächelt. Hierbei macht sich die Eurokrise seit einiger Zeit negativ bemerkbar. Chief Financial Officer Troy Alstead gab jüngst bei einem Investorentreffen bekannt, dass sich die europäischen Probleme in der Region im dritten Geschäftsquartal stärker auswirken würden als erwartet und sogar noch stärker als in den beiden vorangegangenen Quartalen des Geschäftsjahres. Diese Aussagen werden dadurch unterstrichen, dass Starbucks im letzten Quartal in der gesamten EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Asien) einen Rückgang bei den vergleichbaren Umsätzen von 1 Prozent zu verzeichnen hatte.

Außerdem musste sich Starbucks zusammen mit McCafé in einem aktuellen Ranking der Kaffeebar-Marken in Europa, dem britischen Konzept Costa Coffee geschlagen geben. Das Ranking “Top 10 Kaffeebar-Ketten in Europa” wurde von der Wirtschaftsfachzeitschrift FoodService Europe Middle East (Deutscher Fachverlag) erstellt. Auch wenn sich in Europa der Erfolg für Starbucks noch nicht im gleichen Maße eingestellt hat wie in den USA, verfolgt das Unternehmen weiterhin einen Expansionskurs, der den Aktienkurs einmal mehr beflügeln könnte. Dabei dürfte dem Ausbau des Geschäfts im Wachstumsmarkt China, aber auch dem Einstieg in das Kapselgeschäft entscheidende Bedeutung zukommen.

Starbucks ist zu einer weltweiten Kultmarke geworden, allerdings schaute man bisher auch ein wenig neidisch auf den Erfolg von Nestlé, den die Schweizer mit ihren Kaffeekapseln erreicht haben. Neben dem Geschmack sorgten auch der Charme von George Clooney und die luxuriös ausgestatteten Geschäfte, in denen die Kapseln verkauft werden für ein gewisses Image. Wer da einmal Samstag in der Schlange von so einem Shop stand- der weiß das es einen „Apple-Kult“ auch bei Kaffee gibt.

Starbucks will da auch hin. Hierbei soll dem Weltkonzern ausgerechnet der deutsche Mittelständler Krüger aus Bergisch Gladbach zum Erfolg verhelfen. Krüger ist Spezialist für Instantgetränke und Milchpulver. Dabei ist der Auftrag von Starbucks an Krüger sehr ambitioniert. Man möchte nichts weniger, als dass der Kaffeegeschmack aus den Coffeeshops über die Kapseln zu den Kunden nach Hause transportiert wird. Na dann, gutes Gelingen, Krüger! Ein Blick noch auf die Aktie:

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Quelle: comdirect

Zwar ist die Starbucks-Aktie aufgrund des Kursanstiegs der letzten Jahre mit einem 2012er-KGV von 29 und einer Dividendenrendite von 1,3 Prozent nicht gerade günstig bewertet, doch der langfristige Aufwärtstrend könnte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen können (siehe Chart). Außerdem erlebte das Papier seit April eine kleine Korrektur, womit sich eine neuerliche Einstiegschance ergeben hat.


1 KOMMENTAR

  1. Eine aktuellere Analyse wäre wohl mittlerweile sehr angebracht. Derweil sind nämlich zahlreiche Kapsel Anbieter auf dem Markt zugänglich. So dass sicherlich einige vom Kuchen mehr abkriegen als die üblichen Krümel Reste. Denke auch, dass mit der Zeit da einige größere Kaffeeproduzenten und Distributionen noch nachziehen werden.

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