BRIC – war es das nun mit DER Anleger-Story?

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„Einem Engagement in Schwellenländer – speziell in China – stehen den hohen Anlagechancen auch höhere Risiken gegenüber. Anleger müssen stärkere Kursschwankungen und zwischenzeitliche Rückschläge in Kauf nehmen, um langfristig die Chance auf höhere Renditen zu nutzen, die auf Jahre gesehen aber sehr realistisch ist.“ Das hatte ich Ende des Jahres 2011 einmal in einer Publikation geschrieben. Mittlerweile weiß ich nicht mehr so recht, ob das nicht überholt ist. Ein Versuch einer aktuellen Analyse.

Ich schrieb „damals“ weiter: „Aufgrund der niedrigen Bewertungen, hervorragenden Wachstumsaussichten sowie vor allem der im internationalen Vergleich gesunden Bilanzen bei Staat, Wirtschaft und Privathaushalten dürften wohl die Schwellenländer – einschließlich China– ihren Erfolgskurs auf Dauer fortsetzen werden. Man sollte die Schwellenländer also weiter auf dem Anlageradar haben.“ Und heute

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Quelle: ThyssenKrupp

Hören und lesen wir Nachrichten vom „Politischen Stillstand und Protektionismus der Schwellenländer“. Indien droht durch die Rating-Agenturen eine krasse Herabstufung, China kämpft mit einem Einbruch der BIP-Zahlen und Brasilien wie auch Russland schaffen es nicht, die Fragen der aktuellen Zeit zu lösen. BRIC – ein Auslaufmodell, oder gar nur ein PR-Gag von Jim Rogers? Ich mag es nicht so recht glauben, aber der Glanz ist irgendwie hin. China und die anderen Schwellenländer sind in den letzten zehn Jahren das Gravitationszentrum der Weltwirtschaft geworden. Diese Situation ist aber auch vielen Experten ein Dorn im Auge. Sie verweisen auf die Gefahr eines „hard landings“, also einer deutlichen Wachstumsabschwächung mit entsprechend negativen Folgen. Zu Recht.

Waren vor Jahren diese Länder in Sachen Kreditwürdigkeit teilweise besser als manches G8-Land eingestuft, so muss nun Indien als mit dem großen Knüppel rechnen. Abstufung auf Ramsch. Unmittelbar nach der Ankündigung von der Ratings-Agentur S&P zu diesem Thema am Montag ging die Währung Rupie auf Talfahrt und der Aktienmarkt in Bombay in den Keller. Nicht wenige Experten sind erstaunt. So wird beispielsweise Erik Nielsen, Chefökonom der Unicredit mit den Worten in den Medien zitiert: „Das Land mottet seine Pläne, den Markt zu öffnen und zu liberalisieren, derzeit wieder ein, und die Regierung setzt stattdessen auf protektionistische Maßnahmen“.

Doch es ist nicht nur Indien. Auch China steht auf dem Prüfstand. Und das könnte dann der große Bumerang für die deutsche Wirtschaft sein. Ich kenne nicht einen Mittelständler, mit dem ich in den letzten sechs Monaten gesprochen habe, der NICHT in China aktiv ist und dort die großen Umsatzsprünge erwartet. Schauen wir uns doch nur die großen deutschen Global Player an. VW gab ganz klar die Devise aus: China ist unser Zukunftsmarkt Nummer Eins“. Bisher scheint das zu klappen. Doch was passiert, wenn Chinas Regierung den Laden dicht macht?

Einige Fonds-Manager haben schon reagiert. Chinesische Aktien sind in diversen Produkten nicht mehr so en Vogue wie noch vor einem Jahr. Wie gesagt – ich weiß nicht so recht, was ich von der BRIC-Story halten soll, zumal auch den an BRICs die Euro-Krise nicht leise und erst gar nicht spurlos vorbeigehen wird….


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