Fuchs Petrolub: Es läuft (weiter) wie geschmiert

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Der Mannheimer Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub (WKN 579043) hat es zum weltweit größten unabhängigen Anbieter von Schmierstoffen gebracht und sich trotzdem den Charme eines soliden deutschen Familienunternehmens bewahrt, da immer noch mehr als 50 Prozent der Stammaktien von der Familie Fuchs gehalten werden und das Unternehmen entsprechend geführt wird.

Dabei ist Fuchs in den vergangenen Jahren mit seiner Strategie der Weltmarktführerschaft in bestimmten Nischensegmenten sehr gut gefahren. Nachdem das Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2011 Rekordergebnisse präsentieren konnte, sollen diese im laufenden Jahr sogar noch überboten werden.

Mit den sehr guten Zahlen für das erste Quartal 2012 scheint Fuchs auf einem sehr guten Weg zu sein dieses Ziel zu erreichen. Immerhin konnte der Umsatz zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorjahr um 11,0 Prozent auf 448,4 Mio. Euro gesteigert werden. Beim Ergebnis nach Steuern ging es in der gleichen Zeit um 9,3 Prozent auf 51,5 nach oben.

Um sich für die Zukunft und auf eine noch breitere globale Aufstellung vorzubereiten möchte Fuchs dem Vorbild anderer deutscher Unternehmen wie Porsche, MAN, Puma, Allianz oder BASF folgen und sich in eine europäische Aktiengesellschaft umwandeln. Mit diesem Schritt wollen die Mannheimer bestens auf einen Ausbau des Geschäfts in den Wachstumsmärkten dieser Welt vorbereitet sein. Ganz nebenbei ergeben sich auf diese Weise Kosteneinsparungen und eine Erleichterung bei länderübergreifenden Übernahmen und Fusionen, denn laut Vorstandschef Stefan Fuchs schaut sich das Unternehmen weiterhin nach geeigneten Übernahmekandidaten um.

Eine Übernahme könnte bereits jetzt in Saudi-Arabien anstehen, denn der dortige Joint-Venture Partner Alhamrani Group möchte seinen 68-Prozent-Anteil am 1995 gegründeten Joint Venture Alhamrani-Fuchs Petroleum Saudi Arabia verkaufen. Dieses betreibt eine Schmierstofffabrik im saudi-arabischen Yanbu. Das Werk hat eine Produktionskapazität von mehr als 95.000 Tonnen und deckt rund 30 Prozent des saudi-arabischen Schmierstoffbedarfs. Der mögliche Preis bewegt sich aktuell in der Gegend zwischen 400 und 500 Mio. US-Dollar, wobei Fuchs Petrolub ein Vorkaufsrecht besitzt.

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Quelle: comdirect

Die Aktionäre werden auf die weitere Entwicklung in Saudi-Arabien gespannt schauen und natürlich darauf, welchen Einfluss ein möglicher Kauf oder eben ein Nicht-Kauf auf den Kurs der Fuchs-Aktie haben wird. Aktuell stellt sich dabei die Frage, ob der derzeitige Rücksetzer ein Ende des Aufstiegskurses bei dem Papier bedeutet, oder eher den allgemeinen Marktturbulenzen geschuldet ist und damit einen idealen Einstiegszeitpunkt in einen soliden Wachstumswert darstellt. Bei einem 2012er-KGV von 14,3 und einer Dividendenrendite von 2,7 kann man es auch wesentlich schlechter erwischen.


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