Spaniens Bankensektor verschlimmert die Eurokrise

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Aktuell vergeht kaum ein Tag an dem es nicht neue Nachrichten zum Dauerthema Griechenland gibt. Ständig sieht man sich den wechselnden Wahrscheinlichkeiten eines Euroaustritts der Helenen gegenüber. Daneben gibt es eine wachsende Diskussion darüber, welcher Weg für das Land selbst, aber auch für die restliche Eurozone besser wäre. Somit ist das Handeln der meisten Marktakteure von diesem übergeordneten Thema und der damit verbundenen Unsicherheit bestimmt.

Es bleibt zu hoffen, dass mit den Neuwahlen und dem planmäßigen EU-Gipfel Ende Juni einige vernünftige Antworten gefunden werden, die etwas von der aktuell herrschenden Unsicherheit aus den Märkten nehmen. Auf der anderen Seite: Die Eurokrise ist nicht nur wenige Wochen alt. Seit Jahren erleben wir das gleiche Muster, in dem die notwendigen Entscheidungen bis zum letztmöglichen Zeitpunkt hinausgezögert werden und es somit immer wieder Raum für Spekulationen und Unsicherheiten gibt.

Im Moment ist es aber nicht nur Griechenland, welches den Investoren Kopfzerbrechen bereitet. Die Gefahren, die von Spanien ausgehen, sind sogar noch größer, da das Land immerhin die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone darstellt. Spanien muss mit deutlich ansteigenden Risikoaufschlägen für seine Staatsanleihen fertig werden. Das Land kämpft neben einer schwachen Konjunktur auch mit hoher Arbeitslosigkeit und einem aufgrund der geplatzten Immobilienblase stark in die Schieflage geratenen Bankensektor. Vor allem die Probleme rund um die Großbank Bankia haben die spanische Regierung in Bedrängnis gebracht. Es wird sogar befürchtet, dass Spanien bald unter den europäischen Rettungsschirm flüchten muss.

Trotz dieser Turbulenzen werden wir wohl im deutschsprachigen Raum den größten Börsengang eines Unternehmens seit vielen Jahren sehen. Der Spezialchemiehersteller Evonik plant, sein IPO noch vor der Sommerpause durchzuführen. Bisher hatten die Sorgen vor den Unsicherheiten auf den Finanzmärkten einen Börsengang verzögert. Mit einem geplanten Erlös von etwa 5 Mrd. Euro wirkt das IPO von Evonik im Vergleich zu dem jüngst durchgeführten Rekordbörsengang von facebook ziemlich klein. Immerhin konnte das soziale Netzwerk mehr als 16 Mrd. US-Dollar einnehmen. Dass ein IPO aber nicht immer den Erfolg einbringt, der zuvor vollmundig versprochen wurde – das zeigt das Beispiel facebook


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