Preview Deutsche Bank-HV: Ein ruhmreicher Abgang sieht irgendwie anders aus…

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Am Donnerstag wird Josef Ackermann nach 10 Jahren an der Spitze der Deutschen Bank (WKN 514000) bei der Hauptversammlung des Geldinstituts verabschiedet.Ich hätte für den womöglich einzigen europäischen Banker von Weltformat einen besseren Abgang erwartet…

Dabei kann sich die Bilanz seiner Amtszeit mehr als nur sehen lassen. Immerhin hat er mit der Deutschen Bank die Finanzkrise relativ gut überstanden. Außerdem konnte er das Institut im Bereich des Investmentbankings auf Augenhöhe zu den US-Banken führen. Daneben steht ein kumulierter Gewinn in seiner Amtszeit von fast 30 Mrd. Euro. jetzt kommt das „aber“:

Schon beim aktuellen Aktienkurs fängt die Kritik an. Denn wer die Aktie der Deutschen Bank beim Amtsantritt Ackermanns im Mai 2002 für etwa 70 Euro gekauft hatte und sie bis heute gehalten hat, erlebte mehr als eine Halbierung des Wertes. Daneben sahen die letzten Quartalsberichte Ackermanns wesentlich schlechter aus als zu den besten Zeiten. Beispielsweise verdiente die Deutsche Bank im ersten Quartal dieses Jahres mit 1,4 Mrd. Euro wesentlich mehr als im vorangegangenen Quartal, allerdings weniger als im gleichen Vorjahresquartal. Denn da standen noch 2,1 Mrd. Euro zu Buche.

Neben den zuletzt etwas schwächelnden Geschäftsergebnissen steht Ackermann immer häufiger in der Kritik von Nichtregierungsorganisationen wie Foodwatch, die die Finanzierung von Rüstungskonzernen und die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln anprangern. Ich hatte darüber ja schon geschrieben.

Nun ist also die Doppelspitze um Anshu Jain, 49 Jahre alt und Jürgen Fitschen, 63 an der Reihe. Die beiden dürften zunächst einmal etwas weniger Angriffsfläche bieten als die Führungspersönlichkeit des weltweiten Bankensektors „Jo“ Ackermann. Aber letztendlich werden auch sie an den Ergebnissen ihrer Arbeit gemessen. Bei den Aktionären ist es der Aktienkurs und im Falle der Nichtregierungsorganisationen eine deutlichere Abgrenzung von ökologisch und sozial unverantwortlichen Geschäften.

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Quelle: comdirect

Auf der anderen Seite: Wer glaubt, dass die Deutsche Bank gut durch die aktuellen Turbulenzen Europa kommt und der Aktienkurs langfristig wieder nach oben klettert, der erhält mit einem 2012er-KGV von 5,6 und einer Dividendenrendite von 2,6 Prozent eine ordentliche Einstiegsgelegenheit. Never say never…auch bei der Deutschen Bank


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