Wenn in Berlin die Welt gerettet und zugleich der vom Acker gehende Josef verteufelt wird…

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Heute war es soweit. In Berlin kam das „Who is who“ der deutschen Banken- und Weltverbesserer zusammen. Mit der schönen Überschrift “ Ausgeackert – Nichtregierungsorganisationen ziehen düstere Bilanz der Ära Josef Ackermann“ kritisierte das zivilgesellschaftliche Bündnis „Andere Banken braucht das Land!“ in einem heute vorgestellten Dossier „Deutsche Bank: die düstere Bilanz der Ära Ackermann“ die unverantwortlichen Geschäfte des Bankinstitutes.

Nun im folgenden einmal die Original-Pressemitteilung – damit es nicht heißt, der liebe Journalist Scherbaum versucht wieder Stimmung zu machen oder gar gegen Orgas zu hetzen. Nein, einfach lesen, die betreffende Wortwahl und Sätze bestaunen, und anschließend sich selbst eine Meinung bilden – gerne als Posts in diesem Blog. Ich hoffe, dass es dann nicht wieder nur EINE Antwort gibt – und die kommt dann von foodwatch. Auf der anderen Seite: Das könnte (Konjunktiv Irrealis) einem auch eventuell zeigen, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit doch nicht so als wichtig angesehen wird, wie man Pressesprecher einer Orga es meint. Man(n) weiß es ja nicht…

Die Pressemitteilung:

Josef Ackermann hat den Ruf der Deutschen Bank mit der Finanzierung von ökologisch und sozial unverantwortlichen Geschäften im letzten Jahrzehnt massiv beschädigt, so das Urteil der Nichtregierungsorganisationen.

„Dem Anspruch, zur weltweit führenden Bankenelite zu gehören, wird Ackermann in keiner Weise gerecht. Im Gegenteil: Oftmals hat die Bank in der Vergangenheit auch Geschäfte getätigt, die bei anderen Finanzinstituten längst auf dem Index stehen“, bilanziert Barbara Happe von urgewald. Josef Ackermann hat damit die Deutsche Bank in die erste Liga der Finanzdienstleister geführt, die ihre Profite mit inakzeptablen Kohle-, Atom- und Rüstungsfinanzierungen maximieren und die zu den Pionieren bei der Einführung hochspekulativer Rohstofffonds gehören.

Das Bündnis beklagt besonders die Finanzierung von Rüstungsfirmen, die völkerrechtswidrige Rüstungsgüter wie Streumunition und Atomwaffen herstellen. „Es ist schon zynisch, sich einerseits im Nachhaltigkeitsbericht zu rühmen, 83 Mio. Euro für Bildung, Soziales und Nachhaltigkeit zu zahlen und andererseits die TOP-5 der internationalen Rüstungsindustrie mit Milliarden-Krediten zu versorgen“, kritisiert Thomas Küchenmeister von Facing Finance das Geschäftsgebaren der Deutschen Bank. Allein zu den fünf weltweit größten Waffenherstellern und Exporteuren unterhält die Deutsche Bank Geschäftsbeziehungen in einer Größenordnung von über 3 Mrd. Euro. Die Geschäftsbeziehungen zu Streumunitionsherstellern summieren sich derzeit – und trotz mehrfacher Ausstiegsbeteuerungen seitens der Bank – auf 500 Mio. Euro. „Waffenhandel führt häufig zu Verstößen gegen Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht und fördert Korruption“, warnt Küchenmeister und verweist darauf, dass die Deutsche Bank der wichtigste Geschäftspartner der Herstellerfirmen des Kampfpanzers Leopard 2 ist, der an Saudi-Arabien geliefert werden soll. Die Financial Times Deutschland bezeichnete den Nachhaltigkeitsbericht des deutschen Bankenprimus als „unsägliche Augenwischerei“.

Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch, kritisiert die ständigen PR-Tricks der Deutschen Bank: „Es ist unredlich, die Absage an neue, börsengehandelte Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln als großen Fortschritt zu verkaufen, wenn gleichzeitig die bestehenden Produkte fortgeführt werden und die Hungerkrise in der Welt verschärfen.“

„Viele Banken sind für die Finanz- und Staatsschuldenkrise mit verantwortlich“, unterstreicht Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionäre. Mit der Aktion „Stoppt die Deutsche Bank mit einer Aktie!“ will das Bündnis deshalb am 31.5. in Frankfurt auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank zusammen mit einer großen Zahl von Unterstützern Druck auf das Geldinstitut ausüben. „Mit unserer ungeschönten Bilanz der Ära Ackermann werden wir die neue Führung auffordern, aus der Zocker-AG eine Bank mit auch ethisch und ökologisch soliden Fundamenten zu machen“, kündigt Dufner an.

So und morgen sind wir dann alle gespannt, was bei der HV der Deutschen Bank abgeht…


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2 KOMMENTARE

  1. Ackermann hat da schon etwas angerichtet. Die Deutsche Bank gilt/galt als seriöses Bankhaus und hat durch den Namen „Deutsche“ eine besondere Stellung im Auftreten.

    Was aber aus dem Ruf gewurden ist, vorallem bei der Normalbevölkerung vieler Länder 🙁 .

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