Wenn zu Pressekonferenzen eingeladen wird…

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… dann kann man als Finanzjournalist schon schmunzeln. So erging es mir gestern wieder. Wie ich die folgende Einladung zur Pressekonferenz am Dienstag, den 29. Mai 2012 erhielt. Überschrift der Veranstaltung:

Bündnis „Andere Banken braucht das Land!“: Deutsche Bank – die düstere Bilanz der Ära Ackermann

Ja, da wird dann am kommenden Dienstag im Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz folgendes dargestellt:

Das Bündnis „Andere Banken braucht das Land!“ stellt das Dossier „Deutsche Bank: die düstere Bilanz der Ära Ackermann“ vor. Die zusammengeschlossenen Organisationen ziehen darin eine kritische Bilanz der Ära Ackermann und fordern einschlägige Veränderungen der Geschäftsmodelle deutscher Banken.

Das Bündnis wendet sich gegen unverantwortliche Geschäfte deutscher Geldinstitute, allen voran die der Deutschen Bank. Trotz Finanzkrise, diverser Skandale und Gerichtsverfahren hat Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann über 10 Jahre lang einen Kurswechsel des größten deutschen Geldinstitutes verhindert. Zeit, die Geschäfte der Deutschen Bank unter der Regie von Josef Ackermann zu bilanzieren. Rüstungsproduktion, Atom- und klimaschädliche Kohlekraft sowie die Spekulation mit Nahrungsmitteln und lebenswichtigen Rohstoffen – sie alle dürfen zukünftig nicht mehr Teil des Geschäftsmodells der Deutschen Bank sein. Deutsche Finanzdienstleister müssen Verantwortung übernehmen und soziale und ökologische Standards respektieren und anwenden.

Das Bündnis „Andere Banken braucht das Land!“, das vom Dachverband der Kritischen Aktionäre, FACING FINANCE, foodwatch, Ohne Rüstung Leben und urgewald getragen wird, empfängt am Donnerstag, 31. Mai, in Frankfurt/Main vor der Festhalle die Aktionärinnen und Aktionäre mit einem informativen und kabarettistischen Rückblick auf die Ära Ackermann. Anschließend sprechen Vertreter der Bündnisorganisationen auf der Jahreshauptversammlung der Deutschen Bank.

Ich bin mal gespannt, wie die Jungs von foodwatch es nun anstellen, wenn Ackermann nicht mehr da ist. Auf Anshu Jain, einem indischen Top-Manager lässt sich nicht so leicht rumhacken – wäre ja auch politisch nicht so korrekt… Oder werden dann doch auch Gästelisten wieder per Gericht von Geburtstags-Veranstaltungen veröffentlicht?

Ich finde nach wie vor, dass es Orgas wie foodwatch geben soll- und die machen auch einen guten Job. Nur das „personality-Hunting“ auf einen CEO der größten deutschen Bank – auch noch im Titel einer PK – das ist unwürdig und zeigt eigentlich, dass es wohl in unserer Medienwelt nur noch mit „Journalismus a la n-tv“ vorangeht.

… und damit keiner bei foodwatch meint, ich gebe der ganzen Sache nicht den richtigen Informationsgehalt – mehr Informationen unter: www.andere-banken.de


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