Was der griechische Euro-Ausstieg mit unseren Sommer-Ferien und dem BIP zu tun hat…

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Gespannt werden wir alle wohl am 17. Juni gen Griechenland blicken. Denn an diesem Tag könnte sich das Schicksal der „Gemeinschaftswährung“ Euro entscheiden. Wirklich? Ich wäre mir da gar nicht so sicher…

Denn wenn wir ehrlich sind – die deutsche Wirtschaft ist nicht so naiv und wartet auf diesen Wahlabend. Bei allen Unternehmen laufen wohl bereits Vorbereitungen für den möglichen Euro-Austritt Griechenlands. Wie pressetext berichtet – die Tourismusbranche und große, international agierende Firmen stellen sich auf drohende Chaos-Szenarien und Umsatzeinbußen ein. Eine interessante Zahl in diesem Zusammenhang:

Auf den deutschen Staat kommen, nach einer Einschätzung der Ratingagentur Fitch, bei einer Rückkehr der Drachme Kosten von rund 87 Mrd. Euro zu. Da kann ich nur sagen: lieber diese 87 Mrd. blechen und wissen, woran wir sind, als weitere Mrd. gen Athen senden um irgendwelche Renten von längst verstorbenen zu finanzieren. An dieser Stelle gleich mein „Entschuldigung“ für dieses plakative Geschreibsel hinterher… kommen wir zurück. 87 Mrd. – klingt viel, ist es aber nicht. Gerade einmal 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Leute – das haben wir! Das stemmen wir! Fakt ist, wenn Griechenland aus dem Euro aussteigt, dann werden unsere Sommer-Ferien stressig. Denn:

Für den Fall eines Austritts aus dem Euro-Raum drohen vor allem den deutschen Reiseveranstaltern große Streiks des griechischen Flughafen- und Fährpersonals. Gehälter würden bis zu einer abgeschlossenen Währungsumstellung nicht ausbezahlt. Potenzielle Urlauber schreckt das ab. Der Marktanteil der deutschen Griechenland-Urlaube lag 2011 bei 2,5 Prozent, so pressetext weiter.

Ebenso nicht witzig ist die Tatsache, dass Großkonzerne wie die Telekom und Hochtief wohl im Ernstfall mit richtig dicken Verlusten dastünden würden. Hochtief versucht deshalb beispielsweise seine Beteiligungen an griechischen Flughäfen loszuwerden. Aber:

Für die gesamte deutsche Wirtschaft wäre ein Ausstieg der Helenen aus dem Euro noch zu verkraften. Schauen wir nur einmal auf die Exportdaten. Die Exporte nach Griechenland haben 2011 etwa 5,1 Mrd. Euro ausgemacht. Das sind nur 0,5 Prozent der Gesamtausfuhren. Also wer da heult….

Nun gibt es aber auch noch die Hardliner-Euro-mit-Griechenland-Fans. Und die sagen dann auf das Ganze „ja, aber…. da würde nach einer möglichen Pleite Griechenlands mit verheerenden Folgen für die EU die EZB sofort unter Zugzwang geraten!“ Und dann kommt mal wieder die gute alte EZB ins Spiel.

Mit einer befristeten vollständigen Rückzahlungsgarantie seitens des Euro-Tower in Frankfurt. Und das wiederum, so die Argumentation, führe zu einer sofortigen Stabilisierung der europäischen Union sowie zu einem Vertrauenszuwachs in die Banken und den Euro. Das Dumme an der Sache ist nur: Hallo, es ist nicht nur Griechenland!

Es möge mir einer auf diesen Post aufzeigen, dass es irgendwo auf der Welt einen Club, einen Verein, ein Spiel gibt, in dem ein Beteiligter, der sich nicht an die Regeln hält, NICHT rausgeworfen wird, sondern vielmehr auch noch beim Schummeln unterstützt wird. Aber ich sage auch „never say never…“ Ach ja, Gold kaufen, das sollte man nach wie vor…

take Care,
Euer Goldfinger


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