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Kleine Presseschau vom 15. Mai 2012

Interessantes zum Marktumfeld und aus der Wirtschaft

WirtschaftsWoche: Rösler will mit 80 Milliarden Euro das Wachstum in Europa ankurbeln

FAZ: Mehr Eigenkapital: Briten machen Weg zu schärferen Bankenregeln frei

NRC Handelsblad/presseurop.eu: Die Banken könnten den Euro sprengen

start-trading.de: Finanzmonster: Die geschürte Angst

FAZ: Griechenland – Neuwahlen sind unausweichlich

Stefan L. Eichner´s Blog: Update 2 zur politischen Krise in Griechenland: Bizarres Spiel auf Zeit

FTD: Deutschland bewahrt Euro-Zone vor der Rezession

Handelszeitung: CDS = Chemie der Sorglosigkeit

ARD-Börsenblog: Inflation ante portas?

FdoG: Die asymmetrische Inflation ist längst Realität

FTD-Wirtschaftswunder: Alarm in Deutschland – oder: Wie ich versehentlich den Euro erledigte

Welt: Deutsche wollen Bundesbank-Goldschatz heimholen

Unternehmen, Aktien und Anlagen im Fokus

Investors Inside: Salzgitter und Aurubis solide, ThyssenKrupp bedenklich…

NZZ: Merck verdient im ersten Quartal deutlich weniger

Basic Thinking Blog: Sky feiert 73.000 neue Kunden bei 73 Millionen Euro Verlust

ARD-Börse: Leoni mit Opel-Malus

Handelsblatt: Flughafen-Desaster bringt Air Berlin in Not

Der Aktionär: Hamburger Hafen: Nichts wie raus

Börse-Online: Sektkellerei Schloss Wachenheim: Traumaktie für Value-Investoren

egghat’s not so micro blog: Groupon verdient 2 Cent je Aktie: Aktie plus 30%

Blick Log: Facebook-Aktie ist für Muppets: Finger weg (+ #facebookguess 38,50 US$)

ARD-Börse: Facebook-Aktie zum Wucherpreis

Handelsblatt: Facebook: Warum Kleinanleger beim Börsengang in die Röhre schauen

Hankes Börsen-Bibliothek: Kupfer: Liebling der Massen


1 Kommentar zu Kleine Presseschau vom 15. Mai 2012

  1. Sandro Valecchi // 15. Mai 2012 um 20:36 //

    Quo vadis Griechenland,hinterfragte Christoph Scherbaum.Korrekt: Griechenland macht Euro instabil.

    Die unendliche Dauerkrise in Griechenland, jetzt zudem die spanischen Risikoaufschläge auf Rekordhoch und Anleger ziehen ihr Geld von den Börsen ab. Das Scheitern in Griechenland wurde allerdings auch von allen Analysten und Marktbeobachtern erwartet.

    Zwar versuchte der griechische Staatspräsident die „italienische Lösung“ in Form einer Experten- in Interimsregierung ins Leben zu rufen, die von den Parteien zu dulden gewesen wäre, zumindest übergangsweise, um wieder Stabilität zurück zu gewinnen. Davon wollten die Links- und Rechtsparteien in Griechenland allerdings auch nichts wissen. Fakt ist: das Land ist zerrissen. Es gibt eine Fraktion „pro Euro-Verbleib“ und eine Anti-Euro Opposition.

    Jetzt hier und heute ist für allen anderen Europäer objektiv und ernüchternd festzustellen: Es gibt aktuell in Griechenland keine Mehrheit für den „pro Euro-Verbleib.“ Zugleich steht damit fest, dass es nicht (mehr) gelingt, die Gründe für einen Verbleib der Griechen im Euro-Währungsverbund vermitteln zu können.
    Österreichs Finanzministerin Maria Fekter fordert offen und ohne Umschweife, Griechenland aus der EU zu drängen, falls das Land die Sparauflagen nicht einhält: „Man kann aus der EU austreten, dafür hat der Vertrag Möglichkeiten. Griechenland müsste sich dann wieder um den Beitritt bemühen, und dann würden wir aber genauer hinschauen, ob das Land überhaupt beitrittsfähig ist.“
    Die letzte Forderung der Bundesregierung an die EU, für Griechenland einem „Sparkommissar“ zu bestellen, sorgte für eine Kontroverse und eine lebhafte Debatte im Vorfeld des nächsten EU-Gipfels zur Schuldenkrise.

    „Ich kann garantieren, dass Griechenland allen seinen Verpflichtungen nachkommen wird“, erklärte der ehemalige Ministerpräsident Giorgos Papandreou am 27.09.2011 in Berlin. Er war im letzten Jahr Gast der Bundesregierung und suchte – neben den Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel – den Dialog mit der Deutschen Wirtschaft.
    Tatsache ist bedauerlicherweise, dass Griechenland ungeachtet aller Beteuerungen und dem ersten Schuldenschnitt auch heute „gar nichts garantieren“ kann.

    Zunächst einmal wird man realistisch und sachlich rekapitulieren müssen, dass Griechenland nicht nur die bislang mehrfach zugesagten Fortschritte unternommen oder umgesetzt hat, was beispielsweise den Aufbau einer funktionsfähigen Finanzverwaltung angeht. Am 01.11.2011 machte die völlig überraschende Nachricht über das „Referendum“ der vorherigen Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou aus Griechenland alle Marktbeobachter und Analysten gleichermaßen fassungslos. Gleich einem Paukenschlag kündigte seinerzeit Ministerpräsident a.D. Papandreou über die Medien an, nunmehr die Bevölkerung Griechenlands darüber entscheiden lassen, ob es die mit den EU-Hilfen verbundenen Sparauflagen akzeptieren kann und wird. Daraufhin hagelte es Unverständnis und heftige Kritik.

    Der finnische Europaminister brachte es bereits in aller Deutlichkeit im November 2011 auf den Punkt: „Griechenland kann nicht mehr im Euro verbleiben!“ Es handelte sich hierbei keinesfalls um eine Überreaktion des Euro-Mitgliedstaates Finnland, sondern die völlig überraschende Initiative der griechischen Regierung für einen Volksentscheid + ein Referendum erforderte eine Neubewertung der Lage. Wäre es zum Referendum gekommen, hätte die Antwort bereits festgestanden:

    Der Abschied von der Euro-Mitgliedschaft.

    Es ist ein bleibt ein Dauerthema und ein Dauerproblem. Es ist zudem offenkundig, das Griechenland selbst keinen Weg aus dieser Krise kennt.

    Derweil gerät der Euro weiter unter Druck. Bis zum Spätsommer 2011 gab es zum Beispiel starke Euro-Käufe durch die Zentralbanken. Die sind inzwischen zum Stillstand gekommen. Daneben haben Banken Geschäfte im Ausland zurückgefahren und dadurch Euro repatriiert, also zurückgeholt. Auch dieser Prozess hat sich sehr verlangsamt.

    Alternativ legen Investoren zunehmend ihr Geld in anderen Währungen an, vorzugsweise in Schweizer Franken aber auch wieder in US-Dollar. Wir beobachten derzeit eine Flucht aus dem Euro. Deswegen sinkt der Euro-Dollar-Kurs, aber auch der Kurs des Euros gegenüber vielen anderen Währungen.Der Dollar hat die größte Liquidität. Über 50 Währungen sind an ihn gekoppelt. Letztlich repräsentiert der US-Dollar immer noch den größten homogenen Kapitalmarkt der Welt.

    Die Griechen können schlichtweg objektiv die hohen Bedingungen und Standards für den Euro nicht erfüllen. Jetzt wollen die Griechen auch subjektiv gesehen diese Bedingungen nicht mehr erfüllen. Es spielt daher gar keine Rolle mehr, welche Regierung die Griechen in Zukunft wählen werden oder wie viele Anläufe Griechenland noch braucht, um eine Regierung zu bilden. Verärgert reagieren viele Europäer, weil Griechenland danach drängt, die Geschäftsbedingungen zum Verbleib im Euro nach eigenen Regeln auslegen zu wollen.
    Damit ist das Schicksal besiegelt: Griechenland wird noch im Jahr 2012 aus dem Euro-Währungsverbund ausscheiden. Dies ist allerdings auch eine Chance für Griechenland und eine Chance für die anderen Staaten in der Euro-Zone.
    Sandro Valecchi, Analyst

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