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Faktorzertifikate: Trends mit konstantem Hebel ausnutzen

Seit einiger Zeit werden die so genannten Faktor-Zertifikate gehandelt. In Deutschland werden diese neuartigen Produkten hauptsächlich von der Deutschen Bank und der Commerzbank angeboten. Streng genommen sind die Faktorzertifikate allerdings keine ganz neue Erfindung. Denn Hebelprodukte gab es schon vorher.

Mit festem Hebel einem Basiswert folgen

Der Unterschied bei den Faktorzertifikaten besteht zunächst einmal darin, dass der Hebel (Faktor) über die endlose Laufzeit konstant gehalten wird und damit so genannte Zinseszinseffekte realisiert werden können. Damit können Anleger beispielsweise mit den Faktorzertifikaten von db-X markets dem DAX mit einem festen Hebel folgen. Und zwar ohne eine Knock-out-Schwelle, einen Strike-Preis oder eine Laufzeit beachten zu müssen. Die Faktorzertifikate bilden die tägliche prozentuale Wertänderung des DAX mit einem gewählten Faktor ab: Steigt etwa der DAX im Tagesverlauf um 1 Prozent, so steigt der Preis eines Faktor-4x-Long Zertifikats um 4 Prozent.

Ein Vorteil von Faktorzertifikaten liegt also darin, dass der Hebel im Gegensatz zu klassischen Hebelprodukten immer gleich bleibt, womit sich bei Entwicklung der Kurse des zugrundeliegenden Index in die gewünschte Richtung stärkere kumulative Effekte ergeben können. Bei den bisher bekannten Hebelprodukten nimmt die Hebelwirkung ab, nämlich genau dann wenn sich der Basiswert in die gewünschte Richtung bewegt.

Risikobegrenzung bei unerwünschter Kursentwicklung

Sollten sich die Kurse allerdings entgegen der gewünschten Richtung bewegen, werden die absoluten Verluste bei gleich großem prozentualen Verlust immer kleiner. Daneben gibt es beispielsweise bei db-X markets einen speziellen Mechanismus, der dann greift, wenn der Index deutlich entgegen der erwarteten Entwicklung tendiert. Damit soll ein plötzlicher Totalverlust durch ungünstige Kursbewegungen verhindert werden.

Ein Beispiel: Ein Anleger investiert in ein „Faktor 4× Long Zertifikat“ auf den DAX, das beispielsweise 100 Euro kostet. Am ersten Tag steigt der DAX um 1 Prozent. Somit notiert das Faktorzertifikat zum Handelsschluss bei 104 Euro. Am zweiten Tag steigt der DAX wieder um ein Prozent. Und auch der Wert des Faktor-Zertifikats nimmt um vier Prozent zu – dieses Mal jedoch ausgehend von 104 Euro. Am zweiten Tag steigt der Wert des Zertifikats also um 4,16 Euro statt vier Euro.

Sollte der DAX allerdings am ersten Tag um 1 Prozent fallen, notiert das Faktor-Zertifikat bei 96 Euro. Fällt der DAX am zweiten Tag wieder um ein Prozent, sinkt auch der Wert des Faktorzertifikats um vier Prozent. Allerdings dieses Mal ausgehend von nur noch 96 Euro. Am zweiten Tag fällt der Wert des Faktor-Zertifikats demnach um 3,84 Euro und nicht mehr vier Euro.

Fazit

Faktorzertifikate können vor allem für diejenigen Investoren von großem Interesse sein, die relativ risikofreudig sind, von bestimmten kurzfristigen Trends überzeugt sind und im besonderen Maße vom Erkennen dieser Trends profitieren möchten. Beachten sollte man allerdings, dass die Faktorzertifikate in volatilen Seitwärtsphasen nachteilig sein können. Dabei kann das Faktorzertifikat an Wert verlieren, obwohl der Basiswert am Ende der Seitwärtsphase wieder sein ursprüngliches Kursniveau erreicht hat. Wir als Redaktion finden diese Produktart durchaus interessant, möchten aber jeden Leser einmal mehr darauf hinweisen, dass bei allen Gewinn-Chancen im Derviate-Bereich stets das Verlustrisiko beachtet werden sollte.


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