Deutsche Bank: Ackermann enttäuscht erneut

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So glanzvoll die Karriere Josef Ackermanns an der Spitze des größten deutschen Bankhauses auch gewesen sein mag, zum Abschluss konnte er nicht mehr mit den Geschäftsberichten überzeugen. Auch sein letzter Quartalsbericht fällt enttäuschend aus.

Zwar verdiente die Deutsche Bank wesentlich mehr als im Vorquartal, in dem lediglich 186 Mio. Euro zu Buche standen, doch mit 1,4 Mrd. Euro blieb das Ergebnis in den ersten drei Monaten dieses Jahres unter den, im gleichen Zeitraum des Vorjahres erwirtschafteten 2,1 Mrd. Euro. Damit blieb das Ergebnis unter den Analysten-Erwartungen.

Als Hauptgründe für das schwache Abschneiden gab das Geldinstitut Sonderbelastungen durch den Verkauf des Pharmaunternehmens Actavis und hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten an. Hierbei muss die Deutsche Bank immer noch mit der gerichtlichen Aufarbeitung des Platzens der US-Immobilienblase fertig werden.

Etwas Positives gab es aus dem Bereich Investmentbanking zu vermelden. Dieser Sektor zeigte sich ganz besonders stark erholt, was auch die Position des Ackermann-Nachfolgers Anshu Jain stärken sollte, der diesen Bereich bisher verantwortet hat.

Ackermann selbst kommentierte die Ergebnisse mit den Worten: „Vor dem Hintergrund anhaltender Zurückhaltung auf den globalen Finanzmärkten haben wir solide Ergebnisse erzielt. Bei der Bewältigung von Rechtsstreitigkeiten und beim Abbau von Risiken in unserer Bilanz machen wir weiter gute Fortschritte, so Ackermann weiter.“

Für die Deutsche Bank bleibt es in der Zeit nach Josef Ackermann zu hoffen, dass sich im weiteren Jahresverlauf eine Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise einstellt. Denn die anhaltenden Probleme haben Ackermann seinen Abgang in Form von einigen sehr schlechten Quartalszahlen gründlich vermasselt.

Dabei sollte man auf Seiten des Geldinstituts hoffen, dass die aktuelle Zuspitzung der Schwierigkeiten in Spanien und Italien in Form von erhöhten Risikoaufschlägen für die Staatspapiere der beiden Länder und die gestiegene Angst vor einer Abkehr Europas vom Sparkurs nicht zu einer Verschärfung der Eurokrise führt.

Die Anleger zeigten sich dabei wenig begeistert von einem möglichen Sieg des sozialistischen Präsidentschaftskandidaten in Frankreich, genauso wie von dem Scheitern der niederländischen Regierung, die sich nicht auf ein Sparprogramm einigen konnte. In diesen beiden Punkten sieht man auch die Gefahr, dass Deutschland mit den politischen Umwälzungen in den beiden Ländern zwei wichtige Verbündete im Kampf gegen zu hohe Staatsdefizite in Europa verlieren könnte.

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Quelle: comdirect

Auf der anderen Seite: Diese minus 5% heute sind übertrieben, die Deutsche Bank ist nach wie vor die beste Bank-Adresse in Deutschland und in Europa. Man sollte bei diesen KGV-Daten und Kursen eher als Langfrist-Anleger zugreifen.


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