Deutsche Telekom: Eine fast schon rhetorische Frage – wieder bessere Zeiten in Sicht?

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Heute vor 12 Jahren ging T-Online an die Börse. Ja das waren Zeiten und auch ein weiteres Kapitel „deutscher Anlegermissverständnisse“ mit einer Aktie.

Dabei begann alles eigentlich viel früher. Es begab sich im Jahr 1996, dass Manfred Krug und Ron Sommer die Deutschen zum plündern ihrer Sparschweine und zum Kauf der T-Aktie verführten. Zu dieser Zeit war fast überall der Spruch zu vernehmen: „Die Telekom geht an die Börse. Da geh ich mit“. Und tatsächlich! Die große Werbekampagne im Vorfeld des Börsengangs der Deutschen Telekom brachte sogar Menschen dazu Aktien zu kaufen, die zuvor nicht im Entferntesten daran gedacht hätten. Ich selbst war auch dabei. Mit meinem harten bei der NATO im Einsatz verdienten Marine-Gehalt. Mit schöne 50 Stück. Hatte Glück gehabt – auch später beim Verkauf (zu 94 Euro) Das kann wohl nicht jeder sagen – aber das ist eine andere Geschichte…

Die „Volksaktie“ erlebte seit dem eine bewegte Geschichte. Nach einem tollen Debüt an der Börse und einem Allzeithoch auf dem Höhepunkt der New-Economy-Euphorie im Jahr 2000 von 104,90 Euro erlebte das Papier in den darauf folgenden Jahren einen beispiellosen Absturz. Aktuell wäre man froh, wenn die Marke von 10 Euro nach fast 1 Jahr wieder einmal überquert werden könnte.

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Quelle: comdirect

Die häufigsten Gründe, die für den Untergang der T-Aktie angeführt werden haben mit Managementfehlern unter dem damaligen Chef Ron Sommer zu tun. Für den US-Mobilfunkanbieter VoiceStream musste man mit 50,7 Mrd. US-Dollar einen viel zu hohen Preis bezahlen. Ebenso wirft man Sommer vor im Jahr 2000 zu viel für die UMTS-Lizenzen bezahlt zu haben. Daneben wurde vom Management zu wenig für den Abbau des hohen Schuldenstands getan. Als Ergebnis stand für das Geschäftsjahr 2001 erstmals ein bereinigter Verlust von 4,7 Mrd. Euro und im Jahr 2002 sogar ein Rekordverlust von 24,8 Mrd. Euro.

Nach einer Wertberichtigung von Telekom-Grundstücken stellte die Aktionärsgemeinschaft geschädigter T-Aktionäre sogar Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Deutschen Telekom wegen der Verschleierung der tatsächlichen Unternehmensverhältnisse. Die Nachfolger Sommers Kai-Uwe Ricke und Rene Obermann konnten allerdings auch nicht dafür sorgen, dass die Deutsche Telekom in ihrem alten Glanz erstrahlte. Eine Öffnung der Märkte für die Wettbewerber, aber auch verschiedene Affären erschwerten den beiden Managern die Arbeit.

Im Geschäftsjahr 2011 ging der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,0 Prozent auf 58,7 Mrd. Euro zurück. Der bereinigte Konzernabschluss sank um 15,2 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro. Somit macht dem einstigen Monopolisten immer noch eine stärker werdende Konkurrenz zu schaffen, nicht nur im deutschen Markt. Allerdings sagte der Vorstandsvorsitzende Rene Obermann bei der Bekanntgabe der letzten Geschäftsergebnisse: „Unsere Innovationskraft, Kostendisziplin und Bereitschaft zur Veränderung sind die entscheidenden Bausteine, um die Herausforderungen auch 2012 zu meistern.“

Wer diesen Optimismus teilt, könnte die T-Aktie wieder für durchaus attraktiv halten. Denn immerhin ist „dat Ding“ ja auch nen Dividendenhit. Über 8% bei einem 2012er-KGV von 12…


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