Commerzbank: Was für ein Trauerspiel…

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Als Commerzbank-Aktionär musste man im Verlauf des Jahres 2011 und auch im noch jungen Jahr 2012 starke Nerven an den Tag legen. Nach einer atemberaubenden Talfahrt, war die Aktie der zweitgrößten deutschen Bank kurz davor die Marke von 1 Euro nach unten zu durchschreiten und zu einem so genannten Penny-Stock zu verkommen.

Im neuen Jahr sah das Bild allerdings wieder ganz anders aus, denn mit einem Kursplus von 70 Prozent gehörte das Papier zu den besten Werten im DAX. Doch seit dem Mitte Februar erreichten Hoch bei 2,21 Euro, ging es abermals nach unten. Im Zuge dessen stand ein neuerlicher Verlust von etwas mehr als 30 Prozent zu Buche. Fragt sich nun, wohin die Reise der Commerzbank-Aktie als nächstes geht.

Zumindest bei dem letzten Kurssturz an Ostern dürfte weniger die Schwäche des Finanzinstituts eine Rolle gespielt haben, sondern eher ein schwacher Gesamtmarkt. Enttäuschende Konjunkturdaten von den bisherigen Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft China und den USA sowie eine gestiegene Besorgnis über die wirtschaftliche Entwicklung in Spanien hatten die Börsenkurse auf breiter Front nach unten gezogen.

Nach der Einigung im griechischen Schuldenschnitt der privaten Gläubiger und der Gewährung des zweiten Hilfspakets für das schuldengeplagte Land in Höhe von 130 Mrd. Euro, hatte man die Hoffnung, dass nun Ruhe in Sachen Euro-Krise einkehrt. Doch die Enttäuschung über die spanischen Sparbemühungen und die Maßnahmen zur Generierung von Wachstum, haben die Zinsen für spanische Staatspapiere in den letzten Tagen in die Höhe schnellen lassen und somit erneut den Fokus auf die Euro-Krise gelenkt.

Wie auch im vergangenen Jahr sind es besonders die Titel von Finanzinstituten, die unter einer neuerlichen Sorge rund um die Euro-Krise zu leiden haben. Somit dürfte es auch für die Commerzbank eine entscheidende Rolle spielen, ob sich die Unsicherheiten um Spanien schnell legen, oder ob damit neue Spekulationen über die Stabilität der europäischen Gemeinschaftswährung geweckt werden.

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Quelle: comdirect

Zumindest in der Frage eines Ausscheidens der Commerzbank-Aktie aus dem DAX, dürfte auf absehbare Zeit eine geringe Gefahr bestehen. Denn laut der Analysten von Prime Quants würde dieses Szenario nach aktuellem Stand erst bei Kursen von 0,60 Euro oder 0,30 Euro für das Commerzbank-Papier in den Blickpunkt geraten. Allerdings wäre bei diesen Kursen für die Aktie der Commerzbank zu erwarten, dass auch die möglichen Ersatzkandidaten schwächer tendieren dürften, was die Auswahl an geeigneten Aufsteigern erschweren würde. So oder so, wer will diese Commerzbank-Aktie noch kaufen bzw. zum Kauf empfehlen. Ich für meinen Teil würde, wenn ich denn eine Position im Depot hätte, wohl diese lediglich halten – wenn auch mit einem unguten Gefühl…


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